Winternotprogramm

20 weitere Schlafplätze

Das Winternotprogramm stößt an seine Grenzen. Deshalb stellt die Sozialbehörde 20 weitere Schlafplätze in einer Unterkunft in Harburg zur Verfügung – und betont, dass es weitere Möglichkeiten gibt, Obdachlose vor dem Erfrieren zu schützen.

Alle bisher verfügbaren Plätze im Winternotprogramm, hier ein Zimmer im Rumond-Walther-Haus, sind belegt.

230 Betten in der Spaldingstraße: belegt. 82 Plätze in Wohncontainer: seit Anfang November alle vergeben. 40 Plätze im Altonaer Rumond-Walther-Haus: besetzt. 190 Schlafgelegenheiten im Pik As: übervoll mit mehr als 200 Übernachtern. Die Kapazitäten des Winternotprogramms der Stadt sind dieser Tage ausgeschöpft. „Jetzt ist der Punkt, wo wir weitere Plätze zur Verfügung stellen“, sagt Nicola Serocka, Sprecherin der Sozialbehörde. Als nächstes sollen 20 Betten in Doppel- und Einzelzimmern in einer Wohnunterkunft in Harburg an Obdachlose vergeben werden. Die Unterkunft hat insgesamt 170 Plätze und wird dauerhaft von Wohnungslosen Männern und Familien und von Flüchtlingen bewohnt.

„Wir sind gut vorbereitet“, betont Serocka. Bei gleichbleibendem oder noch größerem Andrang auf die Schlafplätze habe man weitere Unterbringungsmöglichkeiten. Wichtig sei dabei in erster Linie der Erfrierungsschutz. Tatsächlich: Wer bei Minusgraden draußen schläft, droht schwer zu erkranken und im schlimmsten Fall sogar zu erfrieren. Kälte und Nässe greifen die Gesundheit von Obdachlosen an, die durch oft jahrelanges Leben auf der Straße ohnehin oft geschwächt ist. Auch passen sich Kälteempfinden und Leidensfähigkeit den harten Bedingungen an – wer es gewohnt ist, im Winter draußen zu schlafen, merkt womöglich gar nicht, wie kalt es wirklich ist.

Die Behörde gibt an, dass kein Hilfesuchender abgewiesen werde: „Niemand muss in Hamburg auf der Straße schlafen“, so Serocka. Dass es einige dennoch auch bei bis zu zweistelligen Minusgraden tun, liegt laut Stephan Karrenbauer, Sozialarbeiter bei Hinz&Kunzt, daran, dass nicht alle den Aufenthalt in den teils sehr großen Unterkünften aushalten. Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern etwa seien dort an der Tagesordnung. Karrenbauer: „Solange es solche Massenunterkünfte gibt, wird es Menschen geben, die das Hilfesystem nicht erreicht. Und dann wird es auch immer wieder Menschen geben, die erfrieren.“ BEB

Foto: Mauricio Bustamante

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