Neuallermöhe : Stadt baut Wohnungen für Menschen in Not

50 Wohnungen unter anderem für Obdachlose: Beim Richtfest begrüßten Staatsrätin Petra Lotzkat und f&w-Geschäftsführer Roberto Klann die anwesenden Gäste. Foto: fördern & wohnen

Eine gute Nachricht für Obdachlose und andere Menschen in Wohnungsnot: Die Stadt lässt jetzt in Neuallermöhe 50 Wohnungen für sie bauen. Weit mehr als 10.000 Wohnungsnotfälle stehen allerdings auf der Warteliste.

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Unweit der S-Bahnstation Allermöhe baut der städtische Unterkunftsbetreiber fördern und wohnen (f&w) am Sophie-Schoop-Weg 50 Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende. „Wir schaffen gute Wohnungen für Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt kaum Chancen haben“, sagt Roberto Klann, Geschäftsführer von f&w, beim Richtfest am Mittwoch. „Mit unserer Mietersozialberatung sorgen wir außerdem dafür, dass unseren Mieterinnen und Mietern das selbstständige Wohnen und die Integration in den Stadtteil gelingt.“

Rund 12.000 Wohnungsnotfälle warten auf Hilfe

Im Mai kommenden Jahres sollen die Wohnungen fertiggestellt und anschließend über die Fachstellen für Wohnungsnotfälle bei den Bezirksämtern vergeben werden. Die Liste der Interessenten ist lang: Allein im vergangenen Jahr konnten die Fachstellen 11.768 Haushalt nicht mit einer Wohnung versorgen, obwohl die Stadt sie als Wohnungsnotfälle einstuft. Das bedeutet: Sie befinden sich in einer Notlage, sind arm und nicht in der Lage, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden.

Viele dieser Haushalte leben in einer öffentlich-rechtlichen Unterkunft, obwohl sie in einer regulären Wohnung leben könnten. „Fördern und wohnen trägt zur Wohnungsversorgung von Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen bei und entlastet damit auch die öffentliche Unterbringung“, freut sich daher Staatsrätin Petra Lotzkat von der Sozialbehörde beim Richtfest über den Neubau.

200 neue Wohnungen pro Jahr geplant

In den vergangenen Jahren war der Wohnungsbau für vordringlich Wohnungssuchende zwischenzeitlich zum Erliegen gekommen. Unter anderem steigende Bodenpreise führen dazu, dass Investoren aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr für diesen Personenkreis bauen können. 2016 wurde keine einzige Wohnung für Menschen in Wohnungsnot gebaut. Der Senat hat reagiert: Er verkauft städtische Flächen an f&w und hat im vergangenen Jahr als Ziel den Bau von mindestens 200 Wohnungen pro Jahr für Wohnungsnotfälle durch f&w ausgegeben.

Noch bleibt der durchschlagende Erfolg aber aus: In diesem Jahr werden nur 55 Wohneinheiten für vordringlich Wohnungssuchende fertiggestellt, räumt f&w auf Nachfrage ein. Immerhin: Drei weitere Areale in der Wandsbeker Zollstraße, der Ihlestraße und der Rennbahnstraße konnte f&w von der Stadt ankaufen. Auch dort entstehen Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende.

Über den Autor
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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