Notunterkunft für Obdachlose : So soll das Pik As neu gebaut werden

Auch im neuen Pik As sollen Obdachlose unkompliziert einen Übernachtungsplatz bekommen - und dann zügig in andere Einrichtungen umziehen. Foto: Mauricio Bustamante

Die Stadt hat ihre Pläne für den Neubau des Pik As vorgestellt. 2024 soll die Schlafstätte für obdachlose Männer an gleicher Stelle wie momentan, mitten in der Neustadt, wiedereröffnen. Ein Standort für die Übergangsphase während des Baus steht noch nicht fest.

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Das Pik As, Deutschlands älteste Obdachlosenunterkunft, ist merklich in die Jahre gekommen. Moderne Standards, etwa eine vollständige Barrierefreiheit, erfüllt das Gebäude nicht. Dass es neu gebaut werden muss, steht deshalb schon länger fest. Zuletzt hatte Hinz&Kunzt Mitte Januar über die Pläne berichtet. Sozialsenatorin Melanie Leonhard betont: „Wir bauen das Pik As neu, damit wir obdachlosen Menschen in Hamburg so gut wie möglich helfen können.“

Nun hat ihre Behörde konkrete Pläne bekanntgegeben. Auf 1800 Quadratmetern sollen Obdachlose künftig in 244 Betten unterkommen. Eine Erweiterung auf 330 Betten soll möglich sein. Damit bewegt sich die künftige Platzzahl auf dem gleichen Niveau wie heute.

Außerdem ist geplant, die verschiedenen Bereiche des Pik As räumlich voneinander zu trennen. In einem Vorderhaus sollen sich die Verwaltung sowie Einzelzimmer, in einem „Hofhaus“ weitere Schlafplätze befinden. Ob das Einbett-, Zweibett- oder Mehrbettzimmer werden, ist noch nicht klar. Darüber hinaus sollen ein „Gesundheitsflur“ mit sechs Ein- bis Zweibettzimmern, ein Sanitärbereich sowie ein Aufenthalts- und Speiseraum zum neuen Pik As gehören.

„Dass jetzt neu gebaut werden soll, ist eine gute Nachricht.“– Stephan Karrenbauer, Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter

Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer freut sich, dass die Pläne nun endlich Gestalt annehmen: „Dass jetzt neu gebaut werden soll, und zwar am bewährten zentralen Standort in der Neustadt, ist eine gute Nachricht.“ Die beiden Hinz&Künztler Christian und Mario, die selbst mehrere Monate im Pik As gelebt haben, sehen das ähnlich: „Der Standort ist in Ordnung, da kommt man gut hin“, sagt Mario. Schlimm seien hingegen die ganz großen Zimmer mit über zehn Leuten gewesen, erinnert sich Christian: „Da kommst du nicht zur Ruhe. Je weniger Leute auf einem Zimmer desto besser.“ Der momentan größte Schlafsaal des Pik As hat zwölf Betten.

Abschließende Pläne über die künftige Zimmergröße gebe es bislang noch nicht, sagt Sozialbehördensprecher Martin Helfrich auf Hinz&Kunzt-Nachfrage. Dadurch dass sich die Fläche des Pik As vergrößern, die Platzzahl aber gleichbleiben werde, sei allerdings davon auszugehen, dass es weniger Betten pro Zimmer als bislang geben werde.

Unterkunft für junge Obdachlose

In einem seperat zugänglichen Bereich des Vorderhauses plant die Behörde zusätzlich eine Unterkunft mit 72 Plätzen für obdachlose jungerwachsene Männer. Das sind Obdachlose zwischen 18 und 25 Jahren. Kritik an diesen Plänen kommt etwa vom Arbeitskreis „Wohnraum für junge Menschen.“ Der fordert, dass eine solche Übernachtungsstätte abseits bestehender Obdachlosenunterkünfte entsteht. Auch weil sich viele junge Obdachlose nicht mit den bestehenden Angeboten identifizieren könnten und deshalb abgeschreckt würden.

Unklar ist bislang, wo die Obdachlosen während der Zeit des Neubaus untergebracht werden. Weil das Pik As am selben Standort neu gebaut wird, ist eine Übergangslösung nötig. Schon Anfang 2021 soll der Bau beginnen. „Wir hoffen, dass auch der Übergangsstandort zentral im Innenstadtbereich gelegen sein wird“, sagt Stephan Karrenbauer.

Autor*in
Lukas Gilbert
Lukas Gilbert
Studium der Politikwissenschaft in Hamburg und Leipzig. Seit September 2019 Volontär in der Hinz&Kunzt-Redaktion.

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