Gewalt : Schon wieder Angriff auf Obdachlose in Berlin

Obdachlose auf der Warschauer Brücke in Berlin (Archivbild). Foto: Actionpress

In der Hauptstadt sind drei Obdachlose m Donnerstagabend bei einem Angriff gefährlich verletzt worden. Es ist der zweite Angriff in dieser Woche. Sozialsenatorin: „perfide und feige“.

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche sind in Berlin Obdachlose attackiert worden. Die Polizei berichtet, dass ein 30-Jähriger am Donnerstagabend auf der Warschauer Brücke im Bezirk Friedrichshain durch Schläge und Tritte aus dem Schlaf gerissen wurde.

Einer der beiden Angreifer hat dann laut Polizei einem weiteren 54-jährigen Obdachlosen mit einer Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Mit dem dann abgebrochenen Flaschenhals habe der Angreifer dann einem dritten 35-jährigen Obdachlosen in den Hals gestochen.

Die Täter seien geflohen, heißt es von der Polizei, die beiden schwerverletzten 54 und 35 Jahre alten Männer in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Hintergründe sind laut den Ermittlern noch unklar, es soll vor dem Angriff zwischen allen Beteiligten Streit gegeben haben.

Sozialsenatorin erklärt sich solidarisch mit den Obdachlosen

Erst in der Nacht zu Mittwoch hatte ein Unbekannter die Decke eines schlafenden Obdachlosen in einem Park im Bezirk Mitte angezündet. Er konnte das Feuer zum Glück selbst löschen.

Rückhalt bekommen die angegriffenen Obdachlosen aus dem Berliner Senat. „Obdachlose angreifen oder gar anzünden, wie perfide und feige“, schrieb die Senatsverwaltung für Soziales von Senatorin Elke Breitenbach (Linke) am Freitagmorgen auf Twitter. Und weiter: „Nicht wegschauen. Sie gehören zu unserer Gesellschaft!“

Der letzte Angriff auf einen Obdachlosen in Hamburg liegt erst wenige Tage zurück. Ein 42-Jähriger war am U-Bahnhof Lübecker Straße mit Tritten gegen Kopf und Körper schwer verletzt. Die Polizei verhaftete drei ebenfalls obdachlose Tatverdächtige wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung. Die Gerüchte, dass der Obdachlose an seinen Verletzungen gestorben sei, bestätigten sich glücklicherweise nicht. Er wird aber wohl wochenlang im Krankenhaus bleiben müssen.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.