Innenstadt : Polizei kontrolliert Bettler mit Hunden

Viele Bettler haben inzwischen auch einen Hund dabei. Foto: Theo Heimann/Action Press

In der Hamburger Innenstadt betteln zunehmend Osteuropäer, die einen Hund dabei haben. Ihnen wird vorgeworfen, die Tiere zum Betteln zu betäuben. Deswegen haben Polizei und Veterinäramt sie jetzt kontrolliert.

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Mehrfach haben uns besorgte Leser gefragt: Ist euch schon aufgefallen, dass vermehrt osteuropäische Bettler in der Innenstadt Hunde bei sich führen, die offensichtlich sediert sind? „Wahrscheinlich wurde ihnen etwas zur Beruhigung gegeben“, schreibt zum Beispiel eine Leserin. Sonst würden sie wohl kaum so lange still halten. Es sei ja auch „kein Geheimnis“, dass hinter den Bettlern eine kriminelle Organisation stehe. Starke Vorwürfe. Aber ist da etwas dran?

Wir fragen bei der Hamburger Polizei nach. „Wir haben diese Gerüchte auch gehört“, sagt Polizeisprecher Holger Vehren. Um sie zu überprüfen, hätten seine Kollegen zusammen mit Mitarbeitern des Veterinäramts in der vergangenen Woche Bettler und ihre Hunde in der Innenstadt kontrolliert.

Die Tiere waren in einem guten Zustand– Polizeisprecher Holger Vehren

Das Ergebnis: „Wir haben nicht festgestellt, dass die Hunde misshandelt oder sediert waren“, sagt Vehren. „Die Tiere waren in so einem guten Zustand, dass keine Straftaten erkennbar waren.“ Auch gebe es keinen Anfangsverdacht dafür, dass die Hunde gestohlen sein könnten.

Polizei hat keine Hinweise auf „Bettelbanden“

Nach wie vor hat die Hamburger Polizei keine Hinweise darauf, dass die Bettler zu kriminellen Organisationen gehören. Sich zu Gruppen zusammenzuschließen verstoße nicht gegen das Gesetz. Und auch Beschwerden über aggressives Betteln würden seit dem Sommer deutlich zurück gehen. „Per se ist Betteln nicht verboten“, sagt Vehren. „Das muss eine Großstadt ertragen.“

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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