Spendenparlament hilft : Notschlafstätte für junge Obdachlose

Dreimal im Jahr wird zu einer Parlamentssitzung eingeladen, an der rund 250 Mitglieder teilnehmen. Foto: Thies Ibold.

Hamburg erhält eine Schlafstätte für junge Obdachlose. Das planen die Wohlfahrtsverbände. Bislang gibt es für diese Altersgruppe kein spezielles Angebot.

Die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege will eine Notschlafstätte für Obdachlose eröffnen. Das Angebot soll sich speziell an junge Menschen richten. Für die Planung wird jetzt eine Projektstelle eingerichtet. Die Personalkosten trägt eine Stiftung, die Sachkosten in Höhe von 7350 Euro übernimmt jetzt das Hamburger Spendenparlament. Das haben die Parlamentarier auf ihrer Sitzung am 24. Juli beschlossen.

Für junge Erwachsene, die in Hamburg auf der Straße landen, gibt es zwar tagsüber zahlreiche Hilfsangebote, allerdings nachts keinen eigenen Schlafplatz. Die Sozialbehörde unterstützt das neue Projekt nicht. Es müsse erst einmal ausgewertet werden, ob eine weitere Schlafstätte notwendig sei. Die Frage der Unterbringung der jungen Obdachlosen sei „eine unter vielen“. Bislang käme diese Altersgruppe in den bestehenden Notübernachtungsstellen Pik As und Frauenzimmer unter, „indem dann ein Zimmer eigens für diese Zielgruppe genutzt wird“.

Nach Auffassung der Wohlfahrtsverbände reicht dies nicht aus. Junge Menschen würden diese Häuser meiden, weil sie sich selber nicht als Wohnungslose verstehen und „ein Übergleiten ins Obdachlosenmilieu befürchten“, sagt Caritas-Landesleiter Michael Edele. Innerhalb eines Jahres soll die Planung für die neue Einrichtung abgeschlossen werden, so dass spätestens 2021 tatsächlich auch die neue Einrichtung für junge Obdachlose in Hamburg eröffnen kann.

Über den Autor
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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