Gesundheitsförderung : Mehr Mittel für Straßenkinder

Kai Richter (AstraZeneca), Ronja Hengelhaupt (MOMO e.V.), Sozialsenatorin Melanie Leonhard, Thomas Nebel (basis & woge) und Burkhard Czarnitzki bei der Präsentation des neuen Gesundheitsprojektes. Foto: JOF

Mit 500.000 Euro unterstützt das Pharmaunternehmen AstraZeneca in den kommenden fünf Jahren die Arbeit des sozialen Trägers basis & woge. Junge Obdachlose sollen damit über Gesundheitsgefahren aufgeklärt werden.

Anzeige

Bereits seit 2013 kooperieren basis & woge und AstraZeneca in Hamburg. Mit den bislang zur Verfügung gestellten 30.000 Euro pro Jahr wurden für etwa 800 Jugendliche beispielsweise Erste-Hilfe-Kurse und Sexualaufklärung durchgeführt. Jetzt intensiviert AstraZeneca seine Bemühungen und stellt dem sozialen Träger in den kommenden fünf Jahren jeweils 100.000 Euro pro Jahr zur Verfügung.

„Auf der Straße gelten ganz eigene Regeln, die in erster Linie das eigene Überleben sichern“, so Thomas Nebel, Geschäftsführer von basis & woge. „Die Möglichkeiten für einen gesunden Lebensstil sind begrenzt. Darüber hinaus fehlt den Jugendlichen das Bewusstsein dafür, wie wichtig die eigene Gesundheit überhaupt ist.“

Etwa 900 junge Obdachlose würden über das Jahr die beiden Straßenkinder-Einrichtungen Sidewalx und Kids aufsuchen, erklärt Burkhard Czarnitzski. Nach Angaben des Leiters der Jugendsozialarbeit bei basis & woge erhält das Kids jährlich 800.000 Euro aus der Sozialbehörde, überwiegend für Personalkosten und Mietzahlungen. Er freut sich daher über die 500.000 Euro „on top“. „Jetzt können wir auch mal etwas wagen“, so Czarnitzski. Das sei wichtig, denn es werde immer schwieriger, die Jugendlichen zu erreichen.

AstraZeneca ist einer der größten Arzneimittelhersteller weltweit. Der Fokus liegt dabei auf der Prävention von nicht übertragbaren Krankheiten wie Krebs, Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen. Mit der großzügigen Unterstützung ermöglicht das Pharmaunternehmen ein neues Angebot, zu dem beispielsweise Kochkurse und ein Sportprogramm für junge Wohnungslose gehören.

Die Resonanz in den ersten Wochen war groß. Ein erster Erfolg: Das neue Fußballteam von basis & woge wurde von einem Sportverein aufgenommen. Die jungen Wohnungslosen spielen jetzt im Verein zusammen mit anderen Kindern und nehmen bald auch am regulären Spielbetrieb teil.

Über den Autor
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.