Januar-Bilanz : Kältebus bringt 64 Obdachlose ins Warme

Ronald Kelm und Michael Knuth gehören zum etwa 30-köpfigen Team des Kältebus. Foto: Mauricio Bustamante

Die Macher des Hamburger Kältebus haben eine Bilanz für den ersten Einsatzmonat vorgelegt. Demnach haben die Ehrenamtlichen 64 Obdachlose ins Winternotprogramm gebracht.

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Seit dem 5. Januar können die Hamburger per Telefon hilflose Obdachlose melden, die dann vom Kältebus aufgesucht und gegebenenfalls in eine der städtischen Notunterkünfte gebracht werden. Offenbar ein Angebot, für das es eine große Nachfrage gibt, wie nun die Bilanz für den Januar zeigt: 64 Obdachlose hat der Kältebus demnach an den ersten 27 Abenden ins Winternotprogramm gefahren.

Die Obdachlosen, die nicht in eine Unterkunft wollen, statten die Kältebus-Fahrer mit Isomatten und Schlafsäcken aus. Ausweislich der Bilanz haben so bislang 140 Schlafsäcke und 100 Isomatten neue Besitzer gefunden.

Unterwegs mit dem Kältebus

An einem Abend im Januar hat ein Hinz&Kunzt-Reporter das Kältebus-Team begleitet. Die Reportage lesen Sie in unserer Februar-Ausgabe. Wenn Sie einen hilfsbedürftigen Obdachlosen sehen, erreichen Sie den Kältebus bis Ende März zwischen 19 und 24 Uhr unter 0151 – 65 68 33 68.

Da sich die Hamburger Sozialbehörde trotz mehrerer toter Obdachloser in diesem Winter gegen die Einrichtung eines Kältebus ausgesprochen hatte, stemmen Ehrenamtliche vom Trägerverein St. Ansgar der Obdachloseneinrichtung Alimaus das Projekt. Sie haben den Angaben zu Folge allein im Januar 486 Arbeitsstunden pro bono geleistet. Planmäßig geht das Projekt noch bis Ende März weiter.

„An dieser Stelle möchten wir allen Helfern, vor allem auch den ehrenamtlichen Fahrern, die jede Nacht unterwegs sind, herzlich danken“, sagt Chrsitiane Hartkopf, Leiterin der Alimaus und Initiatorin des Kältebus-Projekts.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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