Statistik : Hamburg will Obdachlose zählen lassen

Mehr als 2000 Obdachlose leben nach Schätzungen in Hamburg. Dieser sucht Schutz unter einem Wahlplakat der SPD. Foto: Benjamin Laufer

Neun Jahre nach der letzten Zählung will die Stadt im kommenden Frühjahr die Zahl der Hamburger Obdachlosen erheben. Hinz&Kunzt begrüßt den Vorstoß und fordert einen Hilfeplan für alle Obdachlosen.

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Wie viele Obdachlose es in Hamburg gibt, lässt sich nur schätzen, denn verlässliche Zahlen gibt es nicht. Die letzte amtliche Statistik stammt aus dem Jahr 2009. Damals zählte der Senat 1029 Obdachlose in Hamburg. Inzwischen sind es nach einer Schätzung der Diakonie 2000 – oder sogar noch mehr. Doch der Senat verweist immer wieder auf die alten Zahlen, Oppositionsanträge auf eine neue Erhebung scheiterten in der Bürgerschaft wiederholt an der rot-grünen Mehrheit.

Nun kommt Bewegung in die Sache: Die Sozialbehörde bereitet eine neue Zählung vor. Sie soll im kommenden März im Rahmen eines so genannten Lebenslagenberichts durchgeführt werden. „Wie die Erhebung konkret aussieht, wie sie abläuft, was erhoben werden kann – das alles steht noch nicht fest“, sagt Behördensprecher Marcel Schweitzer gegenüber Hinz&Kunzt. Das Hamburger Abendblatt berichtet, dass ein externer Dienstleister mit der Studie beauftragt werden soll. Der Auftrag sei europaweit ausgeschrieben worden. 

Hinz&Kunzt fordert Hilfeplan für alle Obdachlosen

„Die Zählung könnte dabei helfen, Lösungen für die Menschen zu finden, die auf Hamburgs Straßen verelenden.“– Stephan Karrenbauer

Hinz&Kunzt sieht der Untersuchung mit gemischten Gefühlen entgegen. „Man kann den Menschen auf der Straße langfristig nur helfen, wenn man ihre Probleme genau kennt“, sagt Hinz&Kunzt Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer. Jedoch kommt der Vorstoß zu einer Zeit, in der die Stadt eine Spaltung der Obdachlosen vorantreibt: Während die Unterkünfte für Menschen mit Anspruch auf Sozialleistungen endlich ausgebaut werden, erhalten manche Osteuropäer nicht einmal mehr Zugang zum städtischen Erfrierungsschutz im Winternotprogramm. „Ich fürchte, die neue Untersuchung könnte als Rechtfertigung für die Vertreibung von bestimmten Obdachlosen genutzt werden“, sagt Sozialarbeiter Karrenbauer.

Stattdessen sollten die Erkenntnisse besser dafür genutzt werden, einen Hilfeplan auch für diejenigen Obdachlosen zu erstellen, die hier keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben. Karrenbauer: „Die Zählung könnte dabei helfen, Lösungen für die Menschen zu finden, die auf Hamburgs Straßen verelenden.“

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

1 Kommentar zu “Hamburg will Obdachlose zählen lassen

  1. In der BRD sind mehr als 530.000 Obdach – und Wohnungslose, und nichts passiert in dieser ach so reichen BRD ?? Wie so eigendlich nicht, das ist die Frage, die ich mir seit mehr als nun 23 Jahre stelle !! Was macht denn Hamburg, wenn sie gezählt hat, und wie viel Prozent kommen oben drauf, die sie nicht gezählt haben ?? Was macht denn der Senat mit dieser Zahl, diese Frage ist wichtiger als alles andere.

    Wird es politisch besser, oder dümpelt es so weiter vor sich hin, wie in den letzten 24 Jahre ?? Denn HINZ&KUNZT wird in diesem Jahr 24 Jahre jung, und seit dieser Zeit wird politisch gebohrt, und gebohrt, und gebohrt. Und wir sind kein Stück weiter, weil die Obdachlosen menschenunwürdig behandelt werden, das hat nun ein Gericht feststellen müssen. Aber wir wissen auch, wo es kein Kläger gibt, gibt es kein Beklagten. 500.000 Unterschriften hat HINZ&KUNZT gesammelt, da mit die Wohnungs – so wie Obdachlosen nicht mehr auf die Strasse müssen, wehrend der Winterzeit. Aber man hat HINZ&KUNZT mit diesen Unterschriften wieder nach Haus geschickt. Da frage ich mich nun, welche Erwartungen werden denn über haupt erfüllt – politisch – nach dem Zählen ??

    Es wird nicht immer so, wie wir wollen, auch wenn wir meinen, das wir die Demokratie sind, denn die geht ja eigendlich vom Volke aus.

    https://youtu.be/sBwVO3pRrUo

    In diesem Sinn,
    Erich Heeder – HINZ&KUNZT VERKÄUFER

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