Elbtreppenhäuser : Erhalt wahrscheinlich

Der jahrelange Kampf um die Elbtreppenhäuser scheint entschieden. Wie ein neues Gutachten feststellt, ist eine Sanierung deutlich preiswerter als ein Neubau an gleicher Stelle. Das Gegenteil behauptete Saga/GWG bis zuletzt und hatte versucht, den Abriss eines Teils der Häuser durchzudrücken.

Das neue Gutachten sollte den jahrelangen Streit um die Elbtreppenhäuser eigentlich beilegen. Es besagt, dass Erhalt und Sanierung von drei der sechs Gebäuden viel günstiger sind als Abriss und Neubau.
Das neue Gutachten könnte den jahrelangen Streit um die Elbtreppenhäuser beenden. Es besagt, dass Erhalt und Sanierung viel günstiger sind als Abriss und Neubau.

Die historischen Elbtreppenhäuser in Neumühlen bleiben aller Voraussicht nach erhalten. Die Kosten einer Sanierung seien „im Schnitt fast 300 Euro pro Quadratmeter niedriger als Neubauvorhaben“, heißt es in einem neuen Sachverständigen-Gutachten, das der Bezirk Altona in Auftrag gegeben hat und das Hinz&Kunzt vorliegt. In dem Gutachten geht es um drei der sechs Häuser: Elbtreppe 5, 15c und 15d. Diese Häuser hätte Saga/GWG, Eigentümer der Häuser, gerne abgerissen und an ihrer Stelle neu gebaut – ein Plan, der nun vom Tisch sein sollte. Der Erhalt der drei anderen Häuser war zuletzt nicht mehr umstritten gewesen.

„Wir haben unser Ziel erreicht: Das Ensemble bleibt erhalten“, sagte Karsten Schnoor, Sprecher der Bewohner-Initiative, gegenüber Hinz&Kunzt. Saga/GWG wollte sich zum Inhalt der Expertise nicht äußern: „Das Gutachten wird intern bei uns bewertet. Danach wird eine einvernehmliche Lösung mit allen Beteiligten erarbeitet“, erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage. Im August sollen Bewohner, Bezirksamt, Stadtentwicklungsbehörde und Saga/GWG zusammenkommen. Das Ergebnis scheint vorgegeben: Während die Expertise für die Modernisierung der drei untersuchten Häuser 285.000 Euro Kosten vorhersagt, sind es bei der Variante Abriss 534.000 Euro. „Die Saga wäre gut beraten, schnellstmöglich die Sanierung der Gebäude einzuleiten“, meint Mark Classen, Bauexperte bei der Altonaer SPD. Etwas anderes könne er sich „schwer vorstellen“.

Um die gut 140 Jahre alten Häuser wird seit mehr als einem Jahrzehnt gestritten. Nachdem 2010 mehr als 11.000 Altonaer in einem Bürgerbegehren den Erhalt des Ensembles gefordert hatten, stellte sich die Bezirksversammlung an die Seite der Bewohner und forderte mit ihnen eine Sanierung der Gebäude. Vergangenes Jahr hatte Saga/GWG überraschend Pläne für einen teilweisen Abriss vorgestellt und erklärt, der Erhalt der betroffenen Häuser sei teurer als Neubauten an gleicher Stelle – eine Argumentation, die nun nicht mehr zu halten sein dürfte.

Gibt es also bald ein Happy-End? Die Sanierungsarbeiten an den Elbtreppenhäusern, deren Erhalt unstrittig ist, sollen „Ende Juli beziehungsweise Anfang August“ endlich beginnen. Die notwendigen Entkernungsarbeiten seien abgeschlossen, die Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt erfolgt, teilte Saga/GWG mit. Für Karsten Schnoor, Sprecher der Bewohner-Initiative, wird es höchste Zeit: „Ich lebe jetzt schon seit anderthalb Jahren in einer anderen Wohnung.“

Text: Ulrich Jonas
Foto: Mauricio Bustamante

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