Sternbrücke : Wird der Neubau doch viel kleiner?

Die Sternbrücke in Altona soll abgerissen und anschließend neugebaut werden. Eine Anwohner*inneninitiative wünscht sich mehr Liebe für das traditionsreiche Bauwerk. Foto: Dmitrij Leltschuk

In die festgefahrene Debatte um den geplanten Neubau der Sternbrücke kommt Bewegung: Grüne und SPD wollen einen kleineren Entwurf prüfen lassen. Eine Anwohner*inneninitiative protestiert am Wochenende für weniger Platz für Autos.

Freitags informieren wir per Mail über die Nachrichten der Woche:

Abmeldung via Link in der Fußzeile der Mails. Infos zum Datenschutz.

Rund 40.000 Autos, LKWs und Busse schieben sich Tag für Tag durch die Hauptverkehrsachse zwischen Autobahn und Innenstadt unter der Sternbrücke hindurchRadfahrer*innen bleibt auf der Stresemannstraße nur die Flucht auf den Bürgersteig, der zwischen Holstenbahnhof und Neuem Pferdemarkt nicht einmal einen Radweg ausweist. Zugleich sind die Stickstoffdioxid-Werte in der Stresemannstraße seit Jahren so hoch, dass der Senat bereits ein Diesel-Fahrverbot erlassen musste.

Initiative fordert Verkehrswende

Es sei daher höchste Zeit für eine Verkehrswende, meint die Initiative Sternbrücke, die vordergründig nicht für weniger Autoverkehr streitet, sondern den Erhalt der denkmalgeschützten Brücke sichern will. „Die Stadt muss gemäß ihres Klimaplans den Kfz-Verkehr um über die Hälfte senken„, erläutert Sonja Nielbock von der Initiative. Den zentraleren Stadtteilen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, daher muss auch die Stresemannstraße für Autos einspurig in jede Richtung werden.“

Sternbrücke bleibt!

Die ganze Geschichte über die kultige Sternbrücke in Altona, den drohenden Abriss und den Protest dagegen finden Sie in unserer Juni-Ausgabe. 

Hintergrund ist der Streit um den geplanten Abriss und Neubau der Brücke: Weil die Verkehrsbehörde eine neue Brücke ohne Stützen verlangt hat, um dem Verkehr darunter mehr Platz zu geben, soll die neue Brücke etwa 18 Meter höher werden als die alte. (Lesen Sie mehr über den Konflikt in der aktuellen Ausgabe von Hinz&Kunzt).

Statt mit einem Neubau der Brücke den Verkehr auch unter der Brücke auf vier Spuren auszuweiten, sollte das Ziel viel mehr eine Stärkung des Radverkehrs sein, fordert die Initiative und erhält dabei Zuspruch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC)„Ein mutiger Ausbau des Radverkehrs ist Voraussetzung dafür, dass der Senat seine selbstgesteckten Klimaziele einhalten kann“, sagt ADFC-Sprecher Jens Deye. 

Wie sich das anfühlt, können Radfahrer*innen am Samstag, den 13. Juni, erleben, wenn zwei Autospuren zwischen 11 und 17 Uhr vorübergehend zu Radspuren umfunktioniert werden.

Rot-Grün will jetzt Alternativentwurf prüfen

18 Meter höher als bislang: So sieht der gigantische Neubauentwurf ohne Stützen aus. Foto: DB Netz AG/Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

Nach der Konstitution des neuen Senats, in dem die Grünen die Verantwortung für das Verkehrsressort übernahmen, kommt nun Bewegung in die Sache: Die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen kündigten am Donnerstag an, einen Alternativentwurf mit drei Stützen für den Neubau der Sternbrücke prüfen zu lassen, der dann nicht mehr so hoch sein würde wie die stützenfreie Variante. „Beim Vergleich der Varianten ist uns wichtig, dass auch die Verkehrsführung unter der Brücke betrachtet wird“, sagte Mareike Engels, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, dazu. „Mit dem Brückenneubau sollen mehr Platz und Übersicht für den Rad- und Fußverkehr an der Kreuzung Stresemannstraße/Max-Brauer-Allee geschaffen werden.“

Aktualisiert am 11. Juni

Autor*in
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.