Waschen ist Würde : Ein Duschbus für Obdachlose

Eine Duschbus für Obdachlose, solch ein Projekt gibt es bereits in San Francisco. Das Lava-Mae-Projekt könnte jetzt Nachahmer in Hamburg finden. Foto: Lava Mae/Hendrik Kam

In Hamburg gibt es gerade einmal 22 Duschplätze in Einrichtungen für Obdachlose. Das gemeinnützige Unternehmen GoBanyo startet deswegen eine Spendenkampagne für einen mobilen Duschbus.

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Obdachlose haben keine Duschen, aber sie haben – wie andere Menschen auch – ein Hygienebedürfnis. Doch in Hamburg gibt es zu wenige Duschmöglichkeiten, sagt Dominik Bloh. Der 30-Jährige muss es wissen: Elf Jahre lang lebte der Buchautor auf Hamburgs Straßen. „Mit dem Duschbus schaffen wir eine halbe Stunde Privatsphäre und Ruhe für die Menschen auf der Straße“, sagt Bloh.

Wie das funktionieren soll? Dominik Bloh und seine Mitstreiter haben das gemeinnützige Unternehmen GoBanyo gegründet. Sie wollen einen gespendeten Linienbus zum mobilen Bad mit Kleiderkammer umbauen. Vorbild ist ein Projekt in den USA: In San Francisco rollt seit mehreren Jahren ein Duschbus für Obdachlose durch die Stadt.

Auch der Hamburger Duschbus wird nicht Teil einer Obdachloseneinrichtung. Stattdessen fährt er dorthin, wo gerade Duschen gebraucht werden. Die Nutzung ist kostenlos und die Obdachlosen erhalten nach dem Duschgang saubere Wäsche.

Das ehrenamtliche Angebot für Obdachlose wird in Hamburg immer umfangreicher. Aktuell gibt es bereits den Mitternachtsbus, das Arztmobil, das Gesundheitsmobil und den Kältebus. Auch das nächste Großprojekt ist nur durch Spenden möglich. 150.000 Euro werden benötigt. Das Geld will GoBanyo in den kommenden Monaten mit einer Crowdfunding-Kampagne einsammeln.

Informationen zur Initiative GoBanyo findet ihr unter www.gobanyo.org

Korrektur: In einer vorherigen Version des Artikels hatten wir fälschlicherweise berichtet, dass der Bus von GoBanyo gekauft wird.

Über den Autor
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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