GoBanyo : Duschbus schafft die erste Hürde

Dominik Bloh hat selbst elf Jahre auf der Straße gelebt und weiß, wie wichtig ein Duschbus für Obdachlose sein kann. Foto: GoBanyo

Geschafft! Das Projekt „GoBanyo“ hat beim Crowdfunding mehr als 150.000 Euro Spenden für den Hamburger Duschbus beisammen. Der ehemalige Obdachlose Dominik Bloh und seine Mitstreiter sammeln weiter.

Jeden Freitag informieren wir Sie per Mail über die Nachrichten der Woche:

Abmeldung über den Link in der Fußzeile unserer E-Mails. Infos zum Datenschutz.

Seit Samstag steht fest: Der Duschbus kann kommen! Mit 140.000 Euro war das erste Finanzierungsziel für den Umbau des ausrangierten Linienbusses erreicht. Bereitgestellt hatte ihn die Hochbahn, darüber hinaus spendeten mehr als 3000 Menschen Geld für den Einbau von Dusche und Kleiderkammer. „Wir sind so stolz auf unser buntes, soziales Hamburg und auf alle Unterstützer weit über die Elbe hinaus“, schrieben die Organisatoren auf ihrer Facebook-Seite. „Danke, dass ihr dabei seid.“

Ideengeber für das Projekt ist Dominik Bloh, der selbst elf Jahre auf der Straße lebte. Er weiß aus Erfahrung, wie schwer es für Obdachlose ist, sich sauber zu halten. Gerade mal 22 Duschen stehen in Einrichtungen für Obdachlose bereit. Menschen auf der Straße leiden unter dem Mangel, sagt Dominik Bloh. „Wenn man als Dreck wahrgenommen wird, dann fühlt man sich irgendwann wie Dreck. Man verliert sein Selbstwertgefühl.“

Deshalb fordert er das Recht auf Duschen für alle. Das Projekt GoBanyo soll helfen, das zu verwirklichen. Als mobiles Badezimmer soll der Bus dorthin fahren, wo er gebraucht wird. Auch eine Kleiderkammer soll im Bus Platz finden, die Obdachlose mit frischer Wäsche versorgt.

„Jeder sollte das Recht auf eine Dusche haben.“– Dominik Bloh

Das Geld für den Umbau ist nun beisammen. Am Freitag wollen sich Blohs Unterstützer vom Verein Clubkinder mit Fachleuten zusammensetzen, um einen Plan für die Bauarbeiten zu machen. Währenddessen steht der Bus auf einem Betriebsgelände der Hochbahn in Langenfelde. „Das war Teil des Geschenks, dass wir da arbeiten dürfen“, erklärt Jannes Vahl von den Clubkindern.

Crowdfunding läuft weiter

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann das noch tun: Bis zum 26. April läuft die Crowdfunding-Aktion. Die Organisatoren hoffen auf weitere 60.000 Euro, um den Betrieb in den ersten Monaten zu sichern. Bezahlt werden sollen davon etwa Versicherung, Kfz-Steuer, Reparaturen oder Spritkosten. Zudem soll eine halbe Stelle für die Projektkoordination geschaffen werden. Ob noch weitere feste Stellen entstehen könnten, ließen die Clubkinder vorerst offen. Kommt genug Geld zusammen, könnte der Duschbus an drei Tagen in der Woche für jeweils fünf Stunden unterwegs sein. Los gehen soll es – nach bisherigem Planungsstand – Ende des Jahres.

Die Idee macht bereits jetzt die Runde: Wie Jannes Vahl erzählt, haben sich bereits Initiativen gemeldet, die auch in anderen Städten Duschbusse ins Rollen bringen wollen. Sie könnten vielen Obdachlosen Mut machen, ihr Leben zu verbessern, meint Dominik Bloh: „Wenn man sich wohl in seiner Haut fühlt, dann fällt es leichter, den nächsten Schritt zu gehen.“

Über den Autor
Annabel Trautwein
Annabel Trautwein
Annabel Trautwein schreibt als freie Redakteurin für Politik, Gesellschaft und Kultur bei Hinz&Kunzt - am liebsten über Menschen, die für sich und andere neue Chancen schaffen.

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.