Obdachlose : Coronafälle im Winternotprogramm

Allein im Februar wurden mehr als 350 Schnelltests bei Obdachlosen im Winternotprogramm durchgeführt. Foto: picture alliance / Newscom

In einer Notunterkunft in Hammerbrook haben sich sechs Obdachlose mit dem Coronavirus infiziert. Die Erkrankten kamen in Quarantäne. Das Ergebnis anberaumter Massentests steht aus.

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Am gestrigen Donnerstag wurden nach Schnelltests unter den etwa 200 Gästen der Unterkunft Friesenstraße sechs Coronainfektionen entdeckt. Die Erkrankten habe man umgehend in eine Quarantänestation verlegt, so eine Sprecherin der Sozialbehörde. Ob sich weitere Menschen infiziert haben, sollen jetzt Massentests unter den übrigen Obdachlosen und dem Personal der Friesenstraße zeigen. Mit einem Ergebnis rechnet die Behörde am Wochenende. (Update: Freitagnachmittag gab die Behörde bekannt, dass 42 Personen positiv getestet wurden.)

Obdachlose
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Die Sozialbehörde will ihre Kälte-Notunterkünfte bis Ende Mai öffnen. Dadurch sollen alle Gäste ein Impfangebot erhalten.

Seit Wochen werden immer wieder vereinzelt Infektionen im Winternotprogramm festgestellt. Ein größerer Ausbruch wurde bisher aber nicht bekannt. Die Behörde führt dies zurück auf „umfangreiche Hygienemaßnahmen” und “gesonderte Quarantänestandorte“ sowie regelmäßigen Testungen. Mehr als einen Monat bevor die Stadt allen Bürger*innen kostenlose Schnelltests angeboten hatte, konnten sich Obdachlose bereits im Winternotprogramm testen lassen. Zwischenzeitlich nutzte etwa jeder vierte Gast das Angebot.

Autor:in
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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