Straßenverkäufer weltweit

Die inspirierendsten Arbeitskräfte der Welt

Internationale Woche der Straßenverkäufer, Tag 4: Sie haben Schlimmes gesehen und selbst erlebt, ihnen fehlte jegliche Perspektive und der Kontakt zu Menschen, die es gut mit ihnen meinen – bis sie begannen, sich als Straßenzeitungsverkäufer etwas Geld zu verdienen und ihr Leben neu in die Hand zu nehmen. Vier Verkäufer aus vier Kontinenten erzählen von ihrem Neustart.

In Zahlen

Straßenzeitungen weltweit

Internationale Woche der Straßenverkäufer, Tag 2: Straßenzeitungen gelten in ihren Städten meist als kleine Projekte. Doch die Bewegung unter dem Dachverband INSP beschäftigt weltweit Tausende Verkäufer und erreicht viele Millionen Menschen.

Die KiK-Story

Im Mai 2010 hatte NDR-Reporter Christoph Lütgert im NDR, in der ARD und in Hinz&Kunzt mit der „KiK-Story“ erstmals ausführlich gezeigt, wie brutal und rücksichtslos das Unternehmen aus Bönen bei Dortmund für seine Billigst-Produkte die Menschen ausquetscht – in den Herstellerländern wie Bangladesch und Pakistan, aber auch in den 2400 Filialen in Deutschland. Seitdem sind sowohl Christoph Lütgert als auch Hinz&Kunzt drangeblieben und haben immer wieder nachgehakt, wie es um die Versprechen des Konzerns, Arbeitsbedingungen zu verbessern, bestellt ist.

Aktuelle Meldung: Neuer Brand in Textilfabrik. KiK lehnt Verantwortung ab

Bei einem Brand in einer Textilfabrik sind am Samstag, 26. Januar, erneut Menschen ums Leben gekommen. Sieben Arbeiterinnen starben in der brennenden Fabrik Smart Export Garments in Bangladesch. Vor Ort sind laut dem Netzwerk Inkota Labels der Firma KiK gefunden worden. KiK streitet ab, eine Lieferantenbeziehung mit der entsprechenden Fabrik gehabt zu haben oder zu haben. „Auch haben wir keinerlei Hinweise darauf, dass Aufträge von KiK an Smart Export Garments Ltd weitergeleitet wurden. Anderslautende Behauptungen weisen wir deshalb ausdrücklich zurück“, so Sprecher Dr. Michael Arretz.

Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert – nach eigenen Angaben seit mehreren Monaten – KiK und andere Unternehmen auf, einem von bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen entwickelte Brandschutzabkommen beizutreten. Dazu sagte KiK-Sprecher Arretz, KiK habe „Sondierungsgespräche mit der Kampagne für Saubere Kleidung angeboten. Zudem prüfen wir die Zusammenarbeit mit der ILO (International Labour Organization) und auch mit der BGMEA (Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association) sowie dem Buyer’s Forum – einem Zusammenschluss großer internationaler Handelsunternehmen.“

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Unsere Berichterstattung zum Nachlesen:

Qualität kommt von Quälen: Die KiK-Story Teil 1 (aus Hinz&Kunzt 207/Mai 2010)
Wie der Textildiskounter mit seinen Mitarbeitern in Deutschland und Näherinnen in Bangladesch umgeht.

Die KiK-Story Teil 2: noch schlimmer als der erste Teil (aus Hinz&Kunzt 211/September 2010)
Weil der Textildiscounter mit dreisten Lügen die Berichte des NDR unglaubwürdig machen wollte, fuhr das Team noch einmal durch Deutschland und Bangladesch.

Was KiK verbessert hat. Ob’s reicht? (aus Hinz&Kunzt 219/Mai 2011)
Lohndumping und miese Arbeitsbedingungen in Bangladesch und Deutschland: Die Skandale um KiK rissen nicht mehr ab. Seit Sommer 2010 soll Dr. Michael Arretz das Image des Konzerns aufpolieren.

Hauptsache: billig. Die KiK-Story Teil 3 (aus Hinz&Kunzt 240/Februar 2013)
In Pakistans größter Stadt Karatschi starben 289 Menschen bei einem Brand in einer Textilfabrik. Mitverantwortung am Unglück trägt KiK, das dort seine Jeans nähen ließ.

„Wir können uns nur auf das verlassen, was wir mit eigenen Augen gesehen haben.“
Aktuell nachgefragt: Welche Konsequenzen zieht KiK aus dem katastrophalen Fabrikbrand in Karatschi gezogen?

Brandschutzabkommen (noch) nicht unterzeichnet
Inzwischen hat KiK eine Millionen US-Dollar zur Hilfe bereitgestellt. Gespräche über die Unterzeichnung eines Brandschutzabkommen sind allerdings immer noch nicht abgeschlossen.

„Wenn ich das Wort Vertreibung höre, werde ich allergisch“

Joachim Gauck ist seit fast einem Jahr Bundespräsident. Der Berliner „strassenfeger“-Chefredakteur Andreas Düllick hat sich jetzt im Auftrag aller deutschen Straßenzeitungen mit dem Staatsoberhaupt getroffen. Ein Gespräch über Freiheit und Verantwortung, Soziales und Armut, das hohe Amt, aber auch über Privates.

Freiheit hinter Gittern

Vera, 50, verkauft Hinz&Kunzt in Hamburgs Kneipen.

(aus Hinz&Kunzt 240/Februar 2013)

Diary Slam

Scham und Schrecken sind passé

Beim Diary Slam lesen Mutige aus ihren alten Tagebüchern. Die Abende im Altonaer Aalhaus sind so beliebt, dass die Hamburger Erfinderinnen des Formats im März sogar ein Buch mit den besten Einträgen herausbringen.

(aus Hinz&Kunzt 240/Februar 2013)

Hamburg historisch

Hommage an die Hamburger Sphinx

Clara Benthien und ihr Weinkeller waren eine Legende in Hamburgs Kulturszene der 30er-Jahre. Eine Bombe zerstörte den Künstlertreff und „Tante Clara“ geriet in Vergessenheit. Jetzt hat ihre Enkelin Nele Lipp das Hamburger Original und damit ein wichtiges Stück Alltagsgeschichte wiederentdeckt.

(aus Hinz&Kunzt 240/Februar 2013)

Bühne

23 Kaffeebohnen und ein Hafen

Sein Theaterstück „Der Hamburger Jedermann“ ist ein echter Hit und läuft seit Jahren vor ausverkauftem Haus. Nun hat Michael Batz ein neues Stück geschrieben: „Hafenballade“. Es erzählt vom Hamburger Hafen, als dort die Hafenarbeiter noch Säcke schleppten und Fässer rollten.

(aus Hinz&Kunzt 240/Februar 2013)

20 Jahre Hinz&Kunzt

Wenn die Seele krank wird

Was wir anfangs komplett unterschätzt haben: dass viele Hinz&Künztler nicht nur obdachlos sind, sondern auch seelisch krank. Weil sie schon zu viel durchmachen mussten. Viele sind im Heim aufgewachsen. Viele waren arbeitslos. Viele haben ihre Familie verloren. Durch Scheidung oder durch Tod. Einige landeten deshalb sogar in der Psychiatrie – wie Jojo. Seine Geschichte haben wir im Oktober 1997 abgedruckt.

(aus Hinz&Kunzt 240/Februar 2013)