Bündnis für das Wohnen : Zu wenige neue Wohnungen

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen wird auch in diesem Jahr nicht so viele Wohnungen bauen wie geplant. 1117 Wohnungen sollen in Hamburg fertiggestellt werden. Das wären immerhin fast doppelt so viele Neubauten wie im Vorjahr.

VNW
2.227 wurden 2011 von den privaten Immobilienunternehmen fertiggestellt. 2012 lag die Zahl deutlich darunter.

Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) haben im Bündnis für das Wohnen vereinbart, jedes Jahr ca. 1900 neue Wohnungen zu bauen. Allerdings werden im Jahr 2013 insgesamt nur 1117 Wohnungen fertig gestellt, kündigt der Verband nun an. Trotzdem sieht VNW-Pressesprecher Peter Hitpaß eine Trendwende auf dem Wohnungsmarkt. „Die Bezirke stellen mehr Flächen zur Verfügung und erteilen mehr Baugenehmigungen,“ so Hitpaß. „Das ist ein Erfolg des Bündnisses für das Wohnen.“ Tatsächlich würde der Verband die Zahl der Neubauten fast verdoppeln: Denn im vergangenen Jahr wurden nur 585 Wohnungen neu gebaut.

Der Mieterverein zu Hamburg findet das gut: „Wir begrüßen, dass die Zahl der fertig gestellten Wohnungen steigt“, sagt Geschäftsführer Siegmund Chychla. Ein Ende der Mietpreisspirale ist nach Auffassung des Mietervereins trotzdem nicht in Sicht. „Es handelt sich dabei um das Mindeste, was gebaut werden muss.“ Schließlich würden jedes Jahr zahlreiche Wohnungen abgerissen. „Der aktuelle Neubau wird nicht für Entspannung auf dem Wohnungsmarkt sorgen,“ so Chychla. Die Mieten würden lediglich langsamer ansteigen. „Der Mieterverein zu Hamburg fordert deswegen 8000 neue Wohnungen pro Jahr.“

Der Senat hingegen will 6.000 neue Wohnungen pro Jahr schaffen. Zusammen mit der Wohnungswirtschaft vereinbarte der Senat im Bündnis für Wohnen vor knapp zwei Jahren diese Zielsetzung. Etwa zwei Drittel der Wohnungen wollen private Immobilienunternehmen bauen. Den Rest soll der VNW als Verbund der Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften übernehmen.

Im vergangenen Jahr hätten die Mitgliedsunternehmen insgesamt 640 Millionen Euro investiert, so Hitpaß. Allein 278 Millionen Euro seien auf die Instandsetzung der Gebäude entfallen. „Wichtig ist jetzt, dass in diesem Jahr ein größerer Teil des Geldes für den Neubau ausgegeben wird.“

Zu den Mitgliedern des VNW zählt auch die SAGA GWG. Eigentlich will das städtische Wohnungsunternehmen 1000 der geplanten 1900 Wohnungen realisieren. Doch 2013 wird das nicht gelingen. „Dieses Jahr werden wir mehrere hundert Wohnungen fertig stellen“, sagt Pressesprecher Michael Ahrens. Immerhin eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, als das Unternehmen gerade einmal 60 neue Wohnungen baute.

Unklar bleibt allerdings, wie hoch insgesamt der Anteil der Sozialwohnungen wird. „Uns liegen keine genauen Daten vor“, so Hitpaß. „In der Regel handelt es sich aber um größere Bauprojekte bei denen ein Drittel geförderter Wohnraum entstehen wird.“

Text: Jonas Füllner
Foto: Action Press / Peter Stamm

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