„WOHNUNG_LOS“ : Aktionswoche gegen Wohnungslosigkeit startet

Protest gegen Wohnungslosigkeit in Hamburg. Archivbild: BBU

Rund um den „Tag der Wohnungslosen“ am 11. September findet eine bundesweite Aktionswoche gegen Wohnungslosigkeit statt. Auch Hamburg ist mit vier Veranstaltungen dabei.

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) hat eine bundesweite Aktionswoche gegen Wohnungslosigkeit gestartet. Höhepunkt ist der „Tag der Wohnungslosen“ am 11. September. In einer symbolischen Aktion überreicht die BAG W an diesem Tag die Kernforderungen ihrer Kampagne „WOHNUNG_LOS“ in Berlin an Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD). In fünf Punkten wird darin aufgezeigt, wie die Bundesregierung ihr im Koalitionsvertrag fest geschriebenes Ziel erreichen kann, Obdachlosigkeit bis zum Jahr 2030 abzuschaffen. Am selben Tag lädt Bundespräsident Frank Walter Steinmeier neben Expert:innen auch wohnungslose Menschen auf seinen Amtssitz Schloß Bellevue ein, um über Strategien gegen Wohnungslosigkeit zu sprechen.

Werena Rosenke, Geschäftsführerin der BAG W, sagt: „Wir müssen jetzt handeln! Die Zeit läuft uns davon. Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit müssen massiv und entschlossen angegangen werden.“ Die massiv steigenden Energiekosten erhöhten die Gefahr von Mietschulden und Wohnungsverlusten zusätzlich, warnte Rosenke.

Kampagne „WOHNUNG_LOS!“

Die fünf Kernforderungen der BAG-W-Kampagne sind:
• Wohnraum schaffen: Bezahlbaren Wohnraum – auch für Wohnungslose!
• Rettet das Wohnen: Prävention zur Sicherung von Wohnraum stärken!
• Zugang zum Leben: Gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen!
• Würde ist unverhandelbar: Menschenwürdige Unterbringung garantieren!
• Menschenrecht Gesundheit: Krankenversorgungsschutz und Zugang zur gesundheitlichen Versorgung für alle!

Was ist los in Hamburg?

In rund 70 Städten in ganz Deutschland finden während der Aktionswoche Veranstaltungen rund ums Thema Wohnungslosigkeit statt. Hier sind die Termine für Hamburg: Am 11. September steigt in der Honigfabrik in Wilhelmsburg ein Spendenfest (14-18 Uhr) mit Straßenmusik, Kurzfilmen zum Thema Obdachlosigkeit und Essen von der „Bully-Suppen-Küche“.

„Bekommen endlich ALLE Hamburger*innen ein Dach über dem Kopf?“ ist die Kernfrage bei einer Diskussionsrunde der Reihe „Hamburg! Gerechte Stadt“ am Dienstag, den 13.9. im Museum für Kunst und Gewerbe (18 Uhr).

Das Hamburger Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot macht am Donnerstag, den 15. September an der Schleusenbrücke nahe des Rathauses um 12 Uhr auf fehlenden Wohnraum und die prekäre Lebenssituation von wohnungs- und obdachlosen Menschen aufmerksam.

Ebenfalls am Donnerstag liest der ehemals obdachlose Hamburger Dominik Bloh aus seinem Roman „Unter Palmen aus Stahl“ im Obergeschoss des Golden Pudel Klub (19 Uhr). Im Anschluss an die Lesung wird über die Frage diskutiert, was sich insbesondere auch für junge Menschen in Hamburg ändern muss, um Wohnungslosigkeit abzuwenden und zu beenden.

Kommentar zur Abschaffung der Wohnungslosigkeit
Lasst uns loslegen!
Bis 2030 sollen Obdach- und Wohnungslosigkeit abgeschafft werden. Zeit zum Handeln – auch in Hamburg. Ein Kommentar von Hinz&Kunzt-Geschäftsführer Jörn Sturm.
Autor:in
Simone Deckner
Simone Deckner
Simone Deckner ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kultur, Gesellschaft und Soziales. Seit 2011 arbeitet sie bei Hinz&Kunzt: sowohl online als auch fürs Heft.

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