Nicht mehr nur am Hauptbahnhof, sondern auch in Teilen von St. Georg gilt ab 1. August ein Alkoholverbot. Das bisherige Verbot wertet der Senat als Erfolg, die Linke spricht von Verdrängung.
Die Stadt Hamburg will für die Anwohnenden in St. Georg „die Lebensqualität nachhaltig verbessern“. Das soll gelingen, in dem auf den Straßen rund um den Hansaplatz kein Alkohol mehr konsumiert werden darf. In der Vergangenheit hatte die Innenbehörde bereits ein Glasflaschenverbot erlassen und die Polizeipräsenz erhöht.
Mit Erfolg: Im vergangenen Jahr konnte ein Rückgang der Straftaten um mehr als 1.800 Fälle verzeichnet werden. Trotzdem kritisierten CDU, AfD und eine zweiköpfige Anwohnerinitiative in regelmäßigen Abständen die Situation rund um den Hansaplatz, der wenige hundert Meter entfernt vom Hauptbahnhof liegt.
Die Innenbehörde hat auf die Kritik reagiert und eine Koordinierungsstelle zwischen Polizei und Ausländeramt eingeführt. Auch deren Bilanz bewertet die Behörde als Erfolg: Seit Anfang 2025 konnten bereits 41 obdach- und wohnungslose „erhebliche Ordnungsstörer“ in ihr Heimatland abgeschoben werden.
Jetzt verbietet die Stadt ab 1. August nicht mehr nur noch Alkohol in Glasflaschen, sondern auch in Dosen und Plastikflaschen. Die neue Verbotszone reicht von der St. Georgs-Kirche im Norden bis zur Kurt-Schumacher-Allee im Süden. Im Osten ist der Steindamm bis zur Ecke Lindenstraße erfasst. Das Verbot dort ist zunächst auf ein Jahr befristet. Währenddessen will der Senat Anwohnende, Gewerbetreibende, Institutionen und Einrichtungen dazu befragen.
Die Linke kritisiert die Ausweitung des Verbots. Der Senat verkaufe Verdrängung als Sicherheit, bemängelt der innenpolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktion, Deniz Celik: “Wer ernsthaft Sicherheit schaffen will, darf nicht so tun, als würden Sucht, Armut und Obdachlosigkeit verschwinden, wenn man Menschen nur ein paar Straßen weiter verdrängt.”
