Randnotizen vom 19.6.2025
Hamburgs Obdachlose brauchen jetzt Ihre Hilfe!

Viel trinken ist an heißen Tagen wichtig – aber für Obdachlose nicht immer leicht. Foto: IMAGO / Jan Eifert
Viel trinken ist an heißen Tagen wichtig – aber für Obdachlose nicht immer leicht. Foto: IMAGO / Jan Eifert
Viel trinken ist an heißen Tagen wichtig – aber für Obdachlose nicht immer leicht. Foto: IMAGO / Jan Eifert

Wieso Hitzeschutz in Hamburg ungleich verteilt ist und die Diakonie jetzt die Bevölkerung dazu aufruft, Obdachlosen zu helfen. Und: Unsere Tipps für Abkühlung am Wochenende.

„Vermeiden Sie die direkte Sonne“ und „Halten Sie Ihre Wohnräume kühl“ – das sind die Verhaltenstipps des Hamburger Senats angesichts der aufziehenden Hitzewelle. Man muss keine Expertin sein, um auf den Gedanken zu kommen, dass das besonders für Menschen ohne Wohnung leichter gesagt als getan ist.

Leider weist auch der Hitzeaktionsplan der Sozialbehörde erschreckend wenig Hilfsangebote speziell für Obdachlose aus – obwohl er ihnen eine besondere Gefährdung bescheinigt. Maßnahmen wie gekühlte Räume für Menschen ohne Wohnung oder ganztägige Öffnungen der Notunterkünfte an heißen Tagen sucht man dort vergebens. Die Diakonie hat deswegen in dieser Woche die Bevölkerung dazu aufgerufen, obdachlose Menschen zu unterstützen. Und der Sozialverband SoVD kritisiert, dass der Hitzeschutz in der Stadt ungleich verteilt sei.

Gefährliche Hitze
Wenn die heißen Tage kommen
Soziologin Anita Engels schreibt in ihrer Kolumne über die Folgen von Hitze in der Stadt. Auch in Hamburg sterben daran wohl jedes Jahr mehr als 100 Menschen.

Die Soziologin Anita Engels erklärt in ihrer Hinz&Kunzt-Kolumne „Klima gerecht“, welche Folgen die Hitze für Menschen in unserer Stadt hat und führt aus, dass daran jährlich eine dreistellige Zahl an Hamburger:innen stirbt. Den Text finden Sie in unserem aktuellen Magazin. Unsere gesammelten Artikel zum Thema Hitze finden Sie hier.

Es wäre also dringend geboten, mehr in den Schutz vor den Folgen des Klimawandels zu investieren – vor allem für besonders gefährdete Menschen wie Obdachlose.

Stattdessen machte die Sozialbehörde in dieser Woche mit einer anderen Meldung Schlagzeilen: Die Finanzierung medizinischer Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung hat sie fürs Erste gestoppt. Als Grund nennt die Behörde den angespannten Haushalt. Fachleute befürchten, dass das tödliche Folgen haben könnte. Eine andere Behörde steht derweil bei der Entkriminalisierung des Fahrens ohne Ticket auf der Bremse.

Falls Sie für das Wochenende noch nach Orten suchen, an denen Sie der Hitze entkommen können, schauen Sie doch mal in unser Archiv. Wieso Sie lieber keine Abkühlung in der Elbe suchen sollten und wo sie sicher abtauchen können, erklärt Rettungsschwimmer Arto van der Meirschen hier.

Kommen Sie gut durch die Hitze!

Hinz&Kunzt Randnotizen

Wenn Sie unsere Randnotizen immer freitags per Mail bekommen wollen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Melden Sie sich jetzt für den Newsletter an:

Sie können sich jederzeit abmelden, indem Sie auf den Link in der Fußzeile unserer E-Mails klicken. Informationen zu unserem Datenschutz finden Sie auf unserer Website.


Artikel aus der Ausgabe:
Titelbild von Hinz&Kunzt mit einem nackten Mann am Strand, der ein Surfbrett unter dem Arm trägt. Titelzeile: Wann ist ein Mann eine Mann?

Wann ist ein Mann ein Mann?

Wie Robert Lindemann sich gegen Sexismus im Netz wehrt, was Menschen zum Mann macht und wie Gewalttäter therapiert werden. Außerdem: Okan Taşköprü über den NSU-Mord an seinem Onkel Süleyman und das Kurioseste aus 400 Ausgaben Hinz&Kunzt.

Ausgabe ansehen
Autor:in
Benjamin Buchholz
Benjamin Buchholz
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD für das Onlinemagazin.