Wenn Wohnungen leer stehen oder als Ferienwohnung missbraucht werden, sollen die Bezirke eingreifen. Wie oft sie das tun, ist unklar – der letzte Bericht erschien 2023. Wann die Behörden liefern wollen.
Was Hamburgs Bezirke gegen Leerstand und Zweckentfremdung von Wohnungen unternehmen, zeigen die Wohnraumschutzberichte – oder auch nicht. Denn den letzten Bericht hat der Senat 2023 veröffentlicht – mit Daten aus dem Jahr 2021. Am Mittwoch erklärte die Stadtentwicklungsbehörde auf Hinz&Kunzt-Nachfrage, der Bericht für die Jahre 2022 und 2023 würde „definitiv noch diesen Sommer“ erscheinen.
Ursprünglich sollte der Bericht bereits Mitte vergangenen Jahres erscheinen. Verantwortlich für die enorme Verzögerung sei die Überlastung der zuständigen Abteilung, erklärte ein Behördensprecher: „Wenn andere Aufgaben dringlicher sind, wird das Berichtswesen nach hinten gestellt.“ So sei die Abteilung etwa auch für die „Task-Force Wohngeld“ und den Mietenmelder der Stadt zuständig.

Der Wohnraumschutzbericht bildet ab, wie oft die Bezirke mit welchen Mitteln gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum vorgehen und was sie unternehmen, wenn sich jemand nicht um den Erhalt seiner Immobilien kümmert. Laut Senat konnten 2021 immerhin 1259 Wohneinheiten „wieder Wohnzwecken zugeführt werden“, nachdem der Wohnraumschutz Leerstände oder Zweckentfremdung geprüft hatte – so viele wie nie zuvor.
