Statistik : 45.000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße

In Hamburg gibt es etwa 2000 Obdachlose. Foto: Mauricio Bustamante

Im ersten Coronajahr ist die Zahl der Obdach- und Wohnungslosen in Deutschland angestiegen. Mehr als 400.000 Menschen hatten 2020 keine eigene Wohnung.

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In Deutschland sind offenbar wieder mehr Menschen obdachlos als noch vor einigen Jahren. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) schätzt, dass im Laufe des Jahres 2020 etwa 45.000 Menschen auf der Straße gelebt haben. Bei der letzten Schätzung für das Jahr 2018 waren es noch 41.000 gewesen. Das Jahr 2016 mit geschätzten 52.000 Obdachlosen bleibt damit aber vorläufig ein Ausreißer.

Auch die Zahl der Wohnungslosen, die in öffentlichen Unterkünften leben, ist gestiegen. Die BAG W geht von 256.000 Menschen aus, die dort 2020 gelebt haben, 19.000 mehr als noch 2018. Nicht mitgerechnet sind hier die anerkannten Geflüchteten in solchen Einrichtungen. Ihre Anzahl hat zuletzt abgenommen: Waren es 2018 noch 441.000 Menschen, schätzt die BAG W ihre Zahl für 2020 auf 161.000.

Sozialminister:innenkonferenz
Auch Bundesländer wollen Obdachlosigkeit beenden
Bei nur einer Gegenstimme haben sich die Sozialminister:innen der Bundesländer auf das Ziel verständigt, Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden. Sie wollen verstärkt auf Housing First setzen.

Die neue Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP hat sich zum Ziel gesetzt, Obdach- und Wohnungslosigkeit bis zum Jahr 2030 zu überwinden. Dafür soll ein Nationaler Aktionsplan aufgesetzt werden. Auch Hamburg hat sich auf der Konferenz der Sozialminister:innen zu diesem Ziel bekannt.

Autor:in
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD Digitales.

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