St. Pauli : Zwei Obdachlose sterben auf der Reeperbahn

Die Obdachlosen starben vor den vernagelten Schaufenstern des ehemaligen „Lido“. Foto: BELA

Binnen weniger Stunden sind auf der Reeperbahn am Wochenende zwei Obdachlose gestorben – nur wenige Meter voneinander entfernt. Die Todesursache ist unklar.

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Was für eine grausame Nacht. Sie beginnt für einen Obdachlosen auf der Reeperbahn am Samstagabend damit, dass sein 46-jähriger Trinkkumpane plötzlich nicht mehr ansprechbar ist. Der gerufene Notarzt stellt vor Ort seinen Tod fest. Das war um 19.30 Uhr.

Gut acht Stunden später, um 4.50 Uhr, erlebt der Mann das gleiche noch einmal. Ein weiterer Obdachloser, mit dem er ebenfalls auf der Platte vor dem ehemaligen „Lido“ getrunken hatte, verstirbt plötzlich. Wieder ruft er den Notarzt, wieder kann der nur den Tod feststellen.

Polizei sieht keine Hinweise auf eine Straftat

Zwei Obdachlose, die am gleichen Ort nur wenige Meter voneinander entfernt versterben, wie kann das sein? Hinweise auf Fremdverschulden habe es vor Ort nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher gegenüber Hinz&Kunzt. Der Obdachlose, der den Notruf absetzte, gilt der Polizei als Zeuge.

Einem ersten Verdacht seien die Ermittler aber noch vor Ort nachgegangen: Traten vielleicht Gase aus dem leerstehenden Gebäude aus, die zum Tod der beiden geführt haben? Die Feuerwehr führte daher eine Messung auf Schadstoffe durch. Doch das Messergebnis war negativ, der Verdacht bestätigte sich nicht.

Die Leichname der Obdachlosen befinden sich nun im Institut für Rechtsmedizin. Dort soll die Todesursache durch eine Obduktion festgestellt werden. Ein Ergebnis sei frühestens Ende der Woche zu erwarten, hieß es von der Polizei.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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