Messer-Angriff auf Obdachlosen : Weiterer Verdächtiger in Haft

Polizisten sichern nach dem Angriff Spuren am Tatort. Foto: Marco Zitzow / BILD

Nach dem Messer-Angriff auf einen Obdachlosen in Wandsbek hat die Polizei einen zweiten Tatverdächtigen in seiner Eilbeker Wohnung festgenommen. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen.

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Die Polizei hat am Montag einen weiteren Mann festgenommen, der am Messer-Angriff auf einen Obdachlosen in Wandsbek beteiligt gewesen sein soll. Das 31-jährige Opfer war dabei lebensgefährlich verletzt worden. Der nun festgenommene 35-Jährige ist nach Ansicht der Ermittler der Haupttäter, der auf den Obdachlosen eingestochen hatte.

In der vergangenen Woche war bereits ein anderer Obdachloser wegen des Verdachts des versuchten Totschlags festgenommen worden. Er soll den 35-Jährigen bei dem Angriff unterstützt haben. „Unter dem Strich werfen die Ermittler ihm vor, gemeinsam mit dem Täter gehandelt zu haben“, sagte ein Polizeisprecher gegenüber Hinz&Kunzt. Was das konkret bedeutet, ließ er mit Blick auf die laufenden Ermittlungen offen.

Unklar ist nach wie vor die Rolle von zwei weiteren Männern, die während der Tat in einem leerstehenden Supermarkt – dem Schlafplatz des Opfers – anwesend waren. Sie hat die Polizei aber inzwischen identifizieren können und will sie nun befragen. Zeugen hatten kurz nach dem Angriff vier Männer aus dem Gebäude gehen sehen.

Ermittler finden Beweismittel bei Wohnungsdurchsuchung

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des mutmaßlichen Haupttäters im Stadtteil Eilbek hat die Polizei nach eigenen Angaben Beweismittel gefunden, die nun ausgewertet werden. Inzwischen gibt es auch ein Motiv: Die Beteiligten sollen sich gestritten haben. Worüber, das wollte die Polizei auf Nachfrage allerdings noch nicht preisgeben.

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Angesichts zunehmender Gewalttaten gegen Obdachlose fordern Experten gegenüber Hinz&Kunzt Präventionsmaßnahmen und eine gesellschaftliche Ächtung dieser Taten.

Unabhängig vom genauen Grund für die brutale Tat zeigt auch dieser Fall die Schutzlosigkeit der Obdachlosen in der Stadt. „Wir können die Tür hinter uns abschließen, um uns zu schützen“, sagt Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer. Obdachlose könnten das nicht. „Wir brauchen deshalb dringend Unterkunftsplätze für alle Obdachlosen – egal, woher sie kommen!“

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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