Isebekkanal : Zaunbau war Steuerverschwendung

Da stand er noch: Der Zaun unter der Goebenbrücke am Isebekkanal. Foto: Mauricio Bustamante.

Erst wurde der Zaun am Isebekkanal aufgebaut, um Obdachlose zu vertreiben. Nach Protesten soll er schließlich umgebaut werden. Das hat jetzt der Bund der Steuerzahler kritisiert.

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Das kostspielige Hin und Her um den Zaun unter der Goebenbrücke am Isebekkanal hat dem Bezirk Eimsbüttel jetzt einen Tadel des Bunds der Steuerzahler eingebracht. Als eines von fünf Hamburger Beispielen für Steuerverschwendung hat der Verband den Zaun in sein Schwarzbuch 2016 aufgenommen.

Begründung: „Dass das Gedächtnis einiger Menschen nur von jetzt bis gleich reicht, wird durch diesen Fall eindeutig bewiesen. Offenbar wurden aus der Zaun-Posse von 2011 keine Lehren gezogen.“

Damit spielt der Steuerzahlerbund auf einen ähnlichen Fall aus dem Bezirk Mitte an. Ähnlich wie am Isebekkanal hatte der Bezirk damals unter einer Brücke einen Zaun errichtet, um Obdachlose von ihrer Platte zu vertreiben. Nach Protesten wurde der 18.000 Euro teure Zaun damals wieder abgebaut.

Obdachlose am Isebekkanal
Politiker einstimmig gegen den Zaun
Nach zähen Verhandlungen konnten sich die Bezirkspolitiker in Eimsbüttel dazu durchringen, den umstrittenen Zaun am Isebekkanal ab- oder wenigstens umbauen zu lassen. Allerdings erst nach dem Sommer. 

So nun auch in Eimsbüttel: Dort soll der Zaun zum Wasser hin versetzt werden, damit er Obdachlose davor bewahren kann, im Schlaf in den Kanal zu rollen. Mit diesem Scheinargument hatte der Bezirk im Frühjahr die Errichtung des Zauns, die mehr als 4600 Euro gekostet hat, begründet.

Das Eimsbütteler Bezirksparlament hatte daraufhin nach langem Streit entschieden, den Zaun umzusetzen. Der Zugang zum geschützten Platz unter der Brücke wäre nach dem Umbau wieder frei.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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