Ralf Schwinge findet seine Motive auf langen Streifzügen durch die Straßen seiner Heimat Harburg. Auch Obdachlose haben einen festen Platz auf den Bildern des „Stadtmalers“.
Ob wir uns nicht beim Harburg-Huus (s. Kasten) treffen wollen, hatte Ralf Schwinge gefragt. Er würde dann auch sein Equipment mitbringen: Staffelei, Farben, Pinsel. Dass er das alles auf einem Motorrad transportiert, überrascht. Mit halblangen Haaren, bunten Tattoos auf dem Arm und legerem Outfit wirkt Ralf Schwinge jünger als 35 Jahre. Er hat schon eine Benefiz-Kunstauktion fürs Haus mitorganisiert, erzählt er. Gerade malt er mit schnellem Pinselstrich die Umrisse des Harburg-Huus auf Papier. Stadtansichten sind genau sein Ding. „Stadtmaler“ hat ihn der Direktor des Harburger Stadtmuseums, Rainer-Maria Weiss, 2022 öffentlichkeitswirksam getauft, er lobt Schwinge als „genauen Chronisten“, der die Veränderung der Stadt seit mehr als zehn Jahren in Bildern festhält. Irgendwelche Befugnisse und Einkünfte gingen damit nicht einher, winkt Schwinge ab. „Das ist praktisch so wie der Titel einer Weinkönigin“, sagt er und lacht.
Er will den Alltag dokumentieren, keine Postkarten-Realität abbilden. Auf...
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