Obdachlose : Stadt mietet Hotel fürs Winternotprogramm an

In diesem ehemaligen Hotel bringt die Stadt nun Obdachlose unter. Foto: Mauricio Bustamante

Gut 1000 zusätzliche Schlafplätze will die Stadt diesen Winter Obdachlosen anbieten, um sie vor dem Erfrieren zu schützen. Als neue Unterkunft dient ein Hotel in Moorfleet.

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Die Stadt hat ihre Pläne fürs Winternotprogramm vorgestellt: 1030 zusätzliche Schlafplätze für Obdachlose soll es diesen Winter geben. Als neue Unterkunft hat die Stadt nach Hinz&Kunzt-Informationen das Plaza Inn Hamburg Moorfleet angemietet. Bis zu 300 Menschen sollen dort ein Bett finden, so die Sozialbehörde, die zunächst nur von „einem neuen Standort in der Halskestraße“ sprach. In der Unterkunft Friesenstraße stehen wie gehabt 400 Betten bereit, rund 100 in Containern bei Kirchen und Hochschulen. Bei Bedarf könnten bis zu 224 weitere Plätze in der Unterkunft Schmiedekoppel belegt werden, so die Behörde.

Das Hotel in Moorfleet bietet nach Hinz&Kunzt-Informationen 189 Zimmer, angemietet hat es der städtische Unterkunftsbetreiber fördern&wohnen. „Gerade in Pandemie-Zeiten ist es gut, dass wir dort kleine Zimmer haben, die uns eine Zweier-Belegung erlauben“, sagte f&w-Sprecherin Susanne Schwendtke auf Nachfrage. Auch Paare würden davon profitieren.

Kommentar zum Winternotprogramm
„Mit dem erfolgreichen Hotelprojekt hat das nichts zu tun“
Endlich bietet die Stadt Obdachlosen im Winternotprogramm kleinere Zimmer an. Sie brauchen aber vor allem eins, um den Weg in eine Zukunft zu finden: Ruhe. Massenunterkünfte sind ein schlechtes Angebot.

Für gesundheitlich eingeschränkte oder psychisch beeinträchtigte Menschen will die Stadt nach eigenen Angaben 80 Einzelzimmer bereitstellen: „mindestens 60 an einem zentralen Standort“ und 20 weitere in Wohncontainern. Eine dezentrale Unterbringung in Einzelzimmern plant die Behörde nicht. Vergangenen Winter hatten Hinz&Kunzt und weitere Organisationen mithilfe von Spenden 130 Obdachlose in verschiedenen Hotels untergebracht, um sie vor Corona und der Kälte zu schützen.

Autor:in
Ulrich Jonas
Ulrich Jonas
Freier Journalist und Hinz&Kunzt-Autor aus Leidenschaft, schreibt seit vielen Jahren über Armutslöhne, Ausbeuter und Ideen für eine solidarische Gesellschaft.

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