Seebrücke : Mehr als 10.000 Menschen demonstrieren

Die Teilnehmer der Demo legten sich auf den Boden vor dem Rathaus – eine symbolische Geste, die an die viele Toten im Mittelmeer erinnern soll. Foto: Seebrücke Hamburg.

Für Seenotrettung und Hamburg als „sicheren Hafen“ gingen am Sonntag mehr als zehntausend Menschen auf die Straße. Die Seebrücke-Demo verlief bunt und friedlich und endete mit einem symbolischen Akt.

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Großer Erfolg für die Seebrücke: Bei strahlendem Sonnenschein sind am Sonntag mehr als 10.000 Menschen in Hamburg auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen die Kriminalisierung von Seenotrettern und für legale Fluchtrouten.

Die Demo-Teilnehmer forderten zudem, dass Hamburg für Geflüchtete ein „sicherer Hafen“ werden soll. Während die Polizei von maximal 12.000 Teilnehmern der Großdemo sprach, schätzte die Veranstalter die Teilnehmerzahl auf 16.400.

Bischöfin mahnt Zusammenhalt an

Die Demonstration lief von den Landungsbrücken über die Budapester Straße (wo sich zahlreiche St. Pauli-Fans anschlossen) bis zum Rathausmarkt. Kirsten Fehrs, Bischöfin der evangelisch-lutherischen Nordkirche, sagte, dass sich eine „tödliche Spirale“ in Gang setze, wenn in Europa alle Häfen dicht machten. Seenotrettung sei „ein Grundgebot christlicher Seefahrt“.

Kapitän Reisch fordert sichere Häfen

Die Demonstration verlief nach Polizeiangaben friedlich. Hauptredner der Abschlusskundgebung auf dem Rathausmarkt war der Claus-Peter Reisch. Der Kapitän muss sich in Malta vor Gericht verantworten, weil er mit dem privatem Seenotrettungsschiff „Lifeline“ mehr als 200 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet hat.

Reisch schloss sich der Forderung an, Hamburg zu einem sicheren Hafen zu machen.  Er erinnerte daran, dass die Statistik über die Toten im Mittelmeer – allein 2018 starben mehr als 1500 Menschen – unvollständig sei. Die Seenotretter würden häufig leere Boote vorfinden. „Diese Menschen sind einfach weg“, so Reisch. Erfreut zeigt sich Reisch über die große Unterstützung n Hamburg.

Zum Schluss der Demonstration legten sich Tausende Teilnehmer am Rathausmarkt auf den Boden – eine symbolische Geste, um an die vielen Menschen zu erinnern, die bei der gefährlichen Flucht übers Mittelmeer ertrunken sind.

Über den Autor
Simone Deckner
Simone Deckner ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kultur, Gesellschaft und Soziales. Seit 2011 arbeitet sie bei Hinz&Kunzt: sowohl online als auch fürs Heft.

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