Berlin : Obdachlose besetzen Haus – und dürfen bleiben

Am 19. Dezember besetzten etwa 30 wohnungslose Menschen das leerstehende Haus Habersaathstraße 46 in Berlin Mitte. Foto: Foto: Oliver Feldhaus / Umbruch Bildarchiv

Frohe Weihnachten für einige Obdachlose in Berlin. Sie hatten am Wochenende ein leerstehendes Haus besetzt. Jetzt dürfen sie laut Medienberichten noch vor Heiligabend regulär einziehen.

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Rund 30 wohnungslose Hausbesetzer:innen in Berlin haben den leerstehenden Plattenbau erst einmal verlassen und sind zurück auf der Straße. Am Wochenende waren sie zusammen mit linken Aktivist:innen in einen leerstehenden Plattenbau in Berlin-Mitte eingedrungen und hatten das Haus für besetzt erklärt. „Im Winter ist es eisig kalt und ungemütlich“, erzählt einer der wohnungslosen Besetzer dem Online-Magazin Supernova während der Aktion. „Heute ziehe ich hier ein, weil ich wollte noch ein paar Tage länger leben.

Im Jahr zuvor, im Spätsommer 2020, hatte die Polizei eine ähnliche Aktion im selben Gebäude noch gestoppt und das Haus mit seinen rund 100 kleinen Apartments geräumt. Jetzt kurz vor Weihnachten war der grün-regierte Bezirk zu Verhandlungen bereit. An deren Ende steht eine überraschende Entscheidung: Die Obdachlosen dürfen in wenigen Tagen in das Haus zurückkehren und dort wohnen bleiben. Das meldet der Tagesspiegel.

Jahrelanger Leerstand

Seit Jahren berichtet die Zeitung über den Leerstandsskandal im Zentrum Berlins. Die Entmietung des Gebäudes begann Mitte der 2000er Jahre, nachdem der rot-rote Senat das ehemalige Schwesternwohnheim für gerade einmal zwei Millionen Euro an einen privaten Investor verkauft habe. Später wechselte die Immobilien laut Tagesspiegel erneut den Besitzer – für das Zehnfache. Der neue Eigentümer habe die Wohnungen dann nach Auszügen nicht mehr neu vermietet und plante, die kleinen Apartments abzureißen und neu zu bauen.

In der Politik stieß der Plan auf Gegenwind: Der Bezirk erteilte keine Genehmigung. Allerdings habe er auch keine Schritte unternommen, um den Wohnraum wieder Wohnungssuchenden zugänglich zu machen, so die Kritik der Besetzer:innen.

Das hat sich jetzt geändert. Man befinde sich in Verhandlungen mit dem Eigentümer, teilt der Bezirk Mitte gegenüber Hinz&Kunzt mit. Mit einer Einigung sei noch vor Weihnachten zu rechnen. Laut RBB steht bereits fest: Mindestens 30 Wohnungslose werden den Heiligabend im Haus verbringen können.

Autor:in
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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