Hilfeempfänger : Deutlich mehr Hamburger erhalten Wohngeld

Das durchschnittliche Wohngeld eines Zwei-Personen-Haushalts ist im Bund um 61 Prozent von monatlich 114 Euro auf 184 Euro gestiegen. Foto: action press / Christian Ohde

Die Zahl der Wohngeldempfänger ist im vergangenen Jahr in Hamburg rasant angestiegen. Der Grund: Seit dem 1. Januar 2016 haben viel mehr Menschen Anspruch auf den monatlichen Zuschuss zur Miete.

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Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Wohngeldempfänger in Hamburg 2016 um 43 Prozent an. Am Jahresende 2016 erhielten 13.354 Haushalte den Zuschuss. Der Anstieg dürfte hauptsächlich aus der Anfang 2016 in Kraft getretenen Änderungen im Wohngeldrecht resultieren, vermeldet das Statistikamt Nord.

Damals wurde das Haushaltseinkommen erhöht, mit dem man noch Anspruch auf die Unterstützung seiner Miet- und Nebenkosten hat. Auch die Höchstgrenzen für Miet- und Nebenkosten, die durch das Wohngeld subventioniert werden können, wurden erhöht. In Hamburg stieg der Höchstwert, der bezuschusst wird, für einen Einpersonenhaushalt von 407 Euro auf 522 Euro an. In Hamburg erhalten viele Rentner zusätzlich Wohngeld. 28 Prozent der Wohngeldempfänger sind Rentner.

„Die Anpassung des Wohngelds war überfällig“, sagt Siegmund Chychla, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. Die letzte Anhebung der Werte datiere aus dem Jahr 2009. Für Wohngeldempfänger in Hamburg ein großes Problem, denn die Mietpreise ziehen deutlich schneller an. „Als Mieterverein fordern wir eine jährliche Anpassung“, sagt Chychla. „Es kann nicht angehen, dass die Mieter wieder fast zehn Jahre auf eine Anhebung des Wohngelds warten müssen.“

Über den Autor
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

1 Kommentar zu “Deutlich mehr Hamburger erhalten Wohngeld

  1. Das nennt man dann einen extremen Anstieg !! Da die Ursachen nicht bekämpft werden, wird diese Zahl wohl noch mals steigen. Da nützt kein Mindestlohn, da nützen nur anständige Löhne, oder Kostensenkungen bei den Nebenkosten !! Denn auch bei mir in der Mietabrechnung waren einige Nebenkosten zu hoch, aber viel geändert hat es nicht, trotz einer rechtlichen Mitteilung an den Vermieter !! Die Nebenkosten kaloppiern vor der Miete her, und das ist unser aller Problem !! Das heißt, man bekommt nicht nur Mietzuschüsse, die diese Stadt finanzieren muß, weil sie selbst diese Kosten verurschen. Es ist ein Geben und Nehmen, aber keine Kostenreduzierung.
    Ich hoffe, das dies keine vertreibung aus den Wohnungen bedeutet, wenn das so weiter geht. Denn die Politik macht es sich zu leicht, so wie die Behörden auch: „Unter dem Motto, suchen sie sich eine Wohnung, die billiger ist ??“ Aber keiner weiß wo diese Wohnungen sein sollen, in dieser Freien und Hansestadt Hamburg ??
    Die Politik wird da drauf auch keine Antwort finden, weil sie ja unsere Mieten mit finanzieren, ob wohl sie für diese hohen Kostensteigerungen veranwortlich sind.

    In diesem nach denklichen Sinn,
    E. Heeder – HINZ&KUNZT VERKÄUFER

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