Pressemitteilung : Nicht nur zum G20-Gipfel: Keine Vertreibung von Obdachlosen

Obdachlose werden seit einiger Zeit verstärkt von ihren seit langem genutzten Schlafplätzen vertrieben. Äußerungen von Politikern und die Planung unterschiedlicher „Sicherheitszonen“ für den G20-Gipfel lassen befürchten, dass Vertreibung aus der Innenstadt noch weiter zunehmen werden.

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Das Unsichtbarmachen obdachloser Menschen erzeugt nur die Illusion einer Welt ohne Probleme. Beim G20- Gipfel treffen sich die Regierungen, die mitverantwortlich sind für die drängendsten Themen in unserer Stadt und weltweit: Migrations- und Fluchtbewegungen aufgrund von Kriegen, Hunger, Verarmung, Abschaffung von staatlicher Gesundheitsvorsorge und eine zunehmende Privatisierung und Ökonomisierung sozialer Bereiche.

Obdachlose Menschen machen sichtbar, dass es auch in einer reichen Stadt wie Hamburg Not und Elend gibt. Die Vertreibung und Ausgrenzung derjenigen Menschen, die ohnehin schon als „Verlierer“ unserer Gesellschaft gelten, stehen einer weltoffenen und toleranten Stadt schlecht zu Gesicht. Auch für die Zeit nach dem G20- Gipfel müssen dauerhafte Lösungen geschaffen werden!

Viele Hamburger entfliehen den Einschränkungen durch den G20-Gipfel, indem sie in diesen Tagen Urlaub nehmen oder zuhause bleiben. Obdachlose Menschen haben keinen Urlaub, sie haben auch keine Wohnung als Rückzugsort. Obdachlose Menschen sind den Auswirkungen des Gipfels unmittelbar ausgesetzt, sie werden möglicherweise von ihren Schlafplätzen vertrieben und der Zugang zu notwendigen Hilfseinrichtungen in der City bleibt Ihnen an diesen Tagen womöglich verwehrt. Wir, Träger vieler Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege in Hamburg, fordern daher vom Hamburger Senat:

· Keine Vertreibung wohnungsloser Menschen aus dem öffentlichen Raum

· Akzeptable Unterkünfte für alle wohnungslosen Menschen – ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts

· besserer Zugang wohnungsloser Menschen zu Wohnungen; Wohnungsbau speziell für wohnungslose Menschen

Diesen Aufruf unterstützen: Ambulante Hilfe Hamburg e.V., Basis & Woge e.V., Caritasverband für Hamburg e.V., Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg e.V., Diakonisches Werk Hamburg, Diakonisches Werk Hamburg-West/ Südholstein, Die Heilsarmee KdöR-Jakob-Junker-Haus, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Winterhude-Uhlenhorst, Ev.-Luth.-Kirchenkreis Hamburg-Ost, Evangelische Stiftung Bodelschwingh (Hude und Home Support), FISD e.V. / ISD-Hamburg Förderverein und Institut für Interdisziplinäre Sucht – und Drogenforschung, Frauenperspektiven e.V., Hamburger Fürsorgeverein von 1948 e.V., Heilsarmee-Sozialwerk Nord, Hinz&Kunzt gGmbH, Integrationshilfen e.V., Johann-Wilhelm-Rautenberg Gesellschaft e.V., Jugendhilfe e.V., Mook Wat e.V. – Wohnen mit Begleitung, Nachbarschaftstreff Elsässer Straße der Ev. -Luth. Kirchengemeinde Hamburg-Dulsberg, Neue Wohnung gemeinnützige Wohnungslosenhilfe GmbH, Ragazza e.V., SoVD Landesverband Hamburg, Sozialberatung der Diakoniestation Wilhelmsburg, Sozialdienst Katholischer Frauen e.V. Hamburg-Altona, Stiftung Hamburger Arbeiterkolonie-Schäferhof, Streetlife e.V. – Straßensozialarbeit in Rahlstedt, Therapiehilfe e.V., Verein für Soziale Hilfe e.V., Verein Kemenate Frauen Wohnen e.V., VKJH e.V. Verband Kinder- und Jugendarbeit- Hamburg

Über den Autor
Stephan Karrenbauer
Stephan Karrenbauer ist Sozialarbeiter und politischer Sprecher bei Hinz&Kunzt.

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