Winterhilfe : FC St. Pauli und Initiativen bringen Obdachlose in Hotels unter

Obdachlose können im Hotel richtig zur Ruhe kommen. Symbolbild: Actionpress

Weil die Stadt sich querstellt, haben nun Initiativen aus der Wohnungslosenhilfe und der FC St. Pauli Spendenaufrufe gestartet, um Obdachlose im Coronawinter in Hotels unterzubringen.

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Dass der FC St. Pauli sich für Obdachlose engagiert, ist nicht neu: Schon vor knapp drei Jahren hatten die Kiezkicker einen Raum unter der Gegengeraden für Rumänen geöffnet, die im Winternotprogramm kein Bett bekamen und bei Eiseskälte unter einer Brücke schliefen. Jetzt fällt es dem Verein erneut schwer, wegzusehen. Um das Millerntorstadion herum würden immer mehr Obdachlose nächtigen, heißt es in einer Mitteilung: „Unserer Wahrnehmung nach wird diese Gruppe von Tag zu Tag größer und die Menschen verelenden immer mehr und schneller.“

Mit einem heißen Tee sei es da nicht getan. „Und bei Corona ist es auch keine Lösung, im Winter einen großen Raum für Übernachtungen zur Verfügung zu stellen“, so der Verein weiter. Deswegen ruft der Club jetzt seine Fans zu Geldspenden auf, um Hamburger Obdachlose in der kalten Jahreszeit in Hotels unterzubringen: „Es wäre großartig, wenn wir mit Eurer Hilfe wenigstens einigen Menschen für die nächsten Monate den Winter auf Hamburgs Straßen ersparen können.“

Großunterkünfte sind ein Gesundheitsrisiko
Winternotprogramm
Großunterkünfte sind ein Gesundheitsrisiko
Großunterkünfte für Obdachlose können in Pandemiezeiten keine Lösung sein, kritisiert Hinz&Kunzt und fordert erneut eine Hotelunterbringung. Doch die Sozialbehörde bleibt hart – obwohl Hotels im November die Gäste fehlen.

Bereits im Frühjahr hatte Hinz&Kunzt gemeinsam mit Alimaus und Diakonie 170 Obdachlose in Hotels untergebracht, damit sie sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen können. Möglich gemacht hatte das eine Großspende. Mehrfach hatten unser Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer und andere Expert*innen den Senat aufgefordert, Obdachlosen im Coronawinter eine Unterkunft in Einzelzimmern anzubieten. Ohne Erfolg: Das Winternotprogramm besteht erneut aus Großunterkünften, in denen sich zwei bis drei Menschen ein Zimmer teilen müssen.

Also muss die Zivilgesellschaft es richten: Ein Zusammenschluss aus Initiativen der Wohnungslosenhilfe hat am Dienstag das Projekt #hotelsforhomeless gestartet. Gemeinsam mit Straßensozialarbeitern wollen „Straßenblues“, „Hanseatic Help“, „Gobanyo“ und weitere Projekte Obdachlose in leerstehenden Hotelzimmern unterbringen, um sie vor Corona und der Kälte zu schützen. Aus eigenen Mitteln seien bereits 50.000 Euro zusammengekommen, mit denen zehn Obdachlose bis Ende März in einem Hotel in Altona untergebracht werden könnten. Für die Unterbringung weiterer Hilfsbedürftiger werden nun Spenden gesammelt.

Autor*in
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD Digitales.

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