Bezirk Altona : Drei Nummern gegen Leerstand

Seit vielen Jahren steht das Eckhaus Juliusstraße 40 am Schulterblatt leer. „Ein Schlag ins Gesicht eines jeden, der keine Wohnung hat“, findet der Grünenpolitiker Christian Trede. Foto: Jonas Füllner

Im Bezirk Altona können Bürger ab sofort per E-Mail oder Telefon leer stehende Wohnungen melden. Gegen illegalen Leerstand soll dann „konsequent“ vorgegangen werden. Mehr Personal wird dafür aber nicht eingestellt.

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Illegalen Leerstand zu melden soll in Altona ab sofort noch einfacher sein. Das Bezirksamt hat am Montag eine E-Mail-Adresse eingerichtet, unter der Bürger der Verwaltung leerstehende Wohnungen melden können: leerstand@altona.hamburg.de. Auch telefonisch nehmen Bezirksamtsmitarbeiter Hinweise auf Leerstände montags und donnerstags zwischen 9 Uhr und 11 Uhr unter den Telefonnummern 428 11-6140, -6142 oder -6037 entgegen. Sie prüfen dann, ob der Leerstand gegen das Wohnraumschutzgesetz verstößt, denn länger als vier Monate darf in Hamburg keine Wohnung unbegründet leer stehen.

Im November hatte die Bezirksversammlung die Verwaltung dazu aufgefordert, eine solche Leerstands-Hotline einzurichten. Auch solle fortan konsequenter als bislang gegen illegale Leerstände vorgegangen werden – „unter Ausschöpfung aller Eskalationsstufen“, wie es in dem Antrag von SPD und Grünen hieß. Damit war gemeint, dass der Bezirk die freien Wohnungen im Zweifelsfall gegen den Willen des Eigentümers vermieten soll.

Keine neuen Mitarbeiter für Leerstandsbekämpfung

Allerdings wird die Verwaltung dafür kein zusätzliches Personal einstellen, räumt Verwaltungssprecher Martin Roehl gegenüber Hinz&Kunzt ein. Mit der Bekämpfung von Wohnungsleerständen im Bezirk Altona seien Mitarbeiter auf 1,5 Stellen befasst. Das Wohnraumschutzgesetz werde in Altona auch jetzt schon konsequent angewendet, so Roel. Beispiel Zwangsgelder: Nach nur zwei Fällen im Jahr 2014 und sieben Fällen in 2015 habe der Bezirk im vergangenen Jahr 21 mal Geldbußen gegen Eigentümer verhängt, die ihre Wohnungen wiederrechtlich leer stehen ließen.

 

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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