Zuwanderung ist nicht das Problem
1910 Obdachlose haben Forscher in Hamburg gezählt – wahrscheinlich sind es sogar noch Hunderte mehr. Viele stammen aus dem Ausland. Das zu betonen verschleiere die Ursachen, kritisieren Experten.
1910 Obdachlose haben Forscher in Hamburg gezählt – wahrscheinlich sind es sogar noch Hunderte mehr. Viele stammen aus dem Ausland. Das zu betonen verschleiere die Ursachen, kritisieren Experten.
Obdachlosen aus Osteuropa wird in Deutschland zu wenig geholfen. Städte und Kommunen verweigern ihnen oft die Unterbringung, kritisiert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Auch Hamburg grenzt aus.
Im März haben Forscher im Auftrag des Senats Hamburger Obdachlose befragt. Mit Spannung wurde erwartet, wie viele Obdachlose sie zählen würden. Nun liegt die Zahl vor – sie ist besorgniserregend.
Im Hamburger Hauptbahnhof gerieten Sicherheitsleute mit einem Obdachlosen aneinander. Angeblich haben sie denn Mann so sehr geschubst, dass er mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug. Sie selbst bestreiten das.
Auch fünf Monate nach der Räumung des Reetwerder 3 sieht die Stadt keine Möglichkeit, den andauernden Leerstand zu beenden: Das Wohnraumschutzgesetz greift angeblich nicht.
Wie in den Vorjahren öffnet am 1. November das Winternotprogramm der Stadt. Neu ist der Standort an der Kollaustraße. Altbekannt die Kritik: Wieder bleiben die Unterkünfte tagsüber geschlossen, Hunde sind verboten und das Programm ist nicht für alle Obdachlosen offen.
Bislang hütet der Bund seine Grundstücke wie einen Augapfel. Das soll sich nun ändern: Die Bundesimmobilienanstalt will ihre Grundstücke den Kommunen günstig abtreten, wenn die darauf Sozialwohnungen bauen.
Seit Montag ist es in Ungarn unter Strafe verboten, sich an öffentlichen Plätzen aufzuhalten. Die ersten müssen sich bereits vor Gericht verantworten.
Erst müssen die Bewohner vom Reetwerder überstürzt ihre Wohnungen verlassen. Dann verweigert die Vermieterin ihnen den Zugang zu ihrem Hab und Gut – monatelang.
Mit deutlicher Verspätung hat die Stadt ihr Ziel erreicht, mehr Plätze in städtischen Unterkünften bereit zu stellen: 4926 Wohnungslose – Flüchtlinge nicht eingerechnet – hatten Ende September ein Bett in einer Unterkunft. Doch Obdachlose profitieren nur in geringem Maß davon.