Hüter der verlorenen Schätze

Liebesbriefe, Scheidungsakten, Vibratoren: Der Mann vom Fundbüro lernt die Menschen kennen. Dem Webdesigner hilft er ebenso wie dem Obdachlosen

(aus Hinz&Kunzt 161/Juli 2006)

Vor dem Fundbüro sind alle gleich. Von der Ledertasche über den Turnbeutel bis zum Rucksack mit den letzten Habseligkeiten: Nichts darf verlegt, nichts dem Falschen zurückgegeben werden. Dafür sorgt seit 14 Jahren Dieter Gehlmann.

Reich durch Hartz IV?

„In der Anreizfalle“: Wie eine Fernseh-Talkrunde Ressentiments gegenüber Arbeitslosen schürt und Halbwahrheiten verbreitet

(aus Hinz&Kunzt 161/Juli 2006)

„Arm durch Arbeit, reich durch Hartz IV? “ Eine unglaubliche These, die Sabine Christiansens Redaktion da in der Sendung vom 28. Mai aufstellte. Fünf Behauptungen aus dem einstündigen Politik-Talk – und was an ihnen dran ist.

Reise ins Ungewisse

Ihr Ur-Urgroßvater wanderte nach Amerika aus. Was aus ihm wurde, wusste niemand. Bis Autorin Lara Louwien aus Langeweile im Internet stöberte

(aus Hinz&Kunzt 161/Juli 2006)

Allein die Hoffnung trieb Heinrich Louwien aus Altona 1872 weit über die Grenzen Europas hinaus bis in die USA. Für eine ungewisse Zukunft in der Fremde verließ er Heimat und Familie. Der Auswanderer nahm Abschied für immer. Die Nachfahren haben sich im Internet wiedergetroffen.

Berühmt für einen Tag

Die BILD-Zeitung zeigt Obdachlose, wie man sie noch nie gesehen hat.

(aus Hinz&Kunzt 162/August 2006)

Für eine vierteilige Artikelserie kleidete die BILD-Zeitung Obdachlose neu ein. Beeindruckende Vorher-Nachher- Fotos zeigen, wie sich ein Mensch durch Kleidung verändert. Aber wie fühlt es sich für die Obdachlosen an, für einen Tag in Schale geworfen zu sein?

Das Ende der Brechmittel-Ära

Europäischer Gerichtshof untersagt Zwangsmaßnahme für Dealer. Hamburg will sich daran halten.

(aus Hinz&Kunzt 162/August 2006)

Fünf Jahre lang setzte Hamburg im Kampf gegen Dealer auf den Einsatz von Brechmitteln. Jetzt verurteilte der Europäische Gerichtshof in Straßburg diese Maßnahme als Folter, wenn sie unter Zwang vollzogen wird. Hamburg will sich an das Urteil halten. In Zukunft soll den Kandidaten freistehen, ob sie freiwillig das Brechmittel nehmen oder die Drogentoilette im Untersuchungsgefängnis benutzen wollen. Hinz&Kunzt berichtet darüber, warum Brechmitteleinsätze eingeführt wurden, wie sie funktionieren und was sie wirklich bringen.

Warum Hamburg seit neuestem Pyramiden baut

Frank Keil über die Schwierigkeiten, in der City noch ein Plätzchen zum Sitzen zu finden.

(aus Hinz&Kunzt 162/August 2006)

Neulich am Hauptbahnhof. Ich hatte eine gute Stunde Zeit, bis mein Zug ging und was sollte ich da auf dem düsteren Bahnsteig warten? Also raus an die frische Luft, irgendwo hinsetzen. Vielleicht drüben auf dem Steintorplatz, grob Richtung ZOB. Ein breiter Gehweg, der sich zu einem kleinen Plätzchen erweitert, nebenan ein Parkplatz für hektische Kurzparker. An seiner einen Seite entlang eine Reihe mit halb hohen Quadern aus rotem Sandstein. Aber mit Pyramiden drauf. Material: Marmor. Na, da war ja jemand spendabel. Darauf soll man sitzen?

„Nur mit Einkaufstasche erwünscht“

Mark Wehrmann über Kleingärtnermentalität in der Stadtentwicklung

(aus Hinz&Kunzt 162/August 2006)

Mit dem Skateboard über das Pflaster brausen oder mit dem BMXRad schwungvoll Treppenstufen bewältigen, so lässt sich großstädtisches Leben genießen. Doch in der Hamburger Innenstadt haben es die Skater, BMX-Fahrer und Biker nicht leicht. Ein Gespräch mit dem Künstler und Biker Mark Wehrmann.

Bloß nicht krank werden

Mehrere tausend Menschen in Hamburg leben ohne Krankenversicherung. Warum?

(aus Hinz&Kunzt 163/September 2006)

Seit einem Jahr plagen Bertram Maier (Name geändert) Schmerzen in der Schulter. Der gelernte Tischler hat eine Rigipsplatte angehoben, seither taucht der Schmerz immer wieder auf. „Wahrscheinlich ein gezerrter Muskel“, meint der 44-Jährige. Doch was es genau ist, weiß er nicht. Manchmal geht er zu Freunden, die sind Heilpraktiker, und kauft sich bei ihnen homöopathische Kügelchen für 9,90 Euro. Die Schulter röntgen oder vom Arzt Medikamente verschreiben lassen – unbezahlbar. Denn Maier ist, seit er sich vor zehn Jahren selbstständig gemacht hat, nicht mehr krankenversichert.

Taumeln am Rande des Lebens

Autor Gunter Gerlach über skurrile Helden, Bücherschreiben als Rollenspiel und sein Leben im Paradies

(aus Hinz&Kunzt 161/Juli 2006)

Gunter Gerlach hat einen guten Schlaf. Den braucht er auch. Denn derzeit residiert der Hamburger Schriftsteller in der schwäbischen Kleinstadt Esslingen. Noch bis Anfang August ist er Stipendiat im ehemaligen Bahnwärterhäuschen, das beim Durchfahren der ICEs regelmäßig vibriert. Frank Keil sprach mit Gerlach, als er neulich kurz in Hamburg vorbeischaute.

Die Geschichte meines Lebens

Hamburger Journalisten schreiben über die Reportage, die sie am meisten bewegt oder verändert hat.

(aus Hinz&Kunzt 163/September 2006)

Teil 7: Die Publizistin und Gerichtsreporterin Peggy Parnass über ihre Begegnungen mit Jutta Pinzner, der Frau des Auftragskillers Werner Pinzner, und dessen Tochter Biggi

Werner „Mucki“ Pinzner war im April 1986 verhaftet worden. Er galt als einer der großen Zuhälter und Auftragsmörder im Milieu. Fünf Morde wurden ihm vorgeworfen. Aber er sagte, acht hätte er begangen, die würde er gestehen, wenn er Lust hätte.