„Nur mit Einkaufstasche erwünscht“

Mark Wehrmann über Kleingärtnermentalität in der Stadtentwicklung

(aus Hinz&Kunzt 162/August 2006)

Mit dem Skateboard über das Pflaster brausen oder mit dem BMXRad schwungvoll Treppenstufen bewältigen, so lässt sich großstädtisches Leben genießen. Doch in der Hamburger Innenstadt haben es die Skater, BMX-Fahrer und Biker nicht leicht. Ein Gespräch mit dem Künstler und Biker Mark Wehrmann.

Bloß nicht krank werden

Mehrere tausend Menschen in Hamburg leben ohne Krankenversicherung. Warum?

(aus Hinz&Kunzt 163/September 2006)

Seit einem Jahr plagen Bertram Maier (Name geändert) Schmerzen in der Schulter. Der gelernte Tischler hat eine Rigipsplatte angehoben, seither taucht der Schmerz immer wieder auf. „Wahrscheinlich ein gezerrter Muskel“, meint der 44-Jährige. Doch was es genau ist, weiß er nicht. Manchmal geht er zu Freunden, die sind Heilpraktiker, und kauft sich bei ihnen homöopathische Kügelchen für 9,90 Euro. Die Schulter röntgen oder vom Arzt Medikamente verschreiben lassen – unbezahlbar. Denn Maier ist, seit er sich vor zehn Jahren selbstständig gemacht hat, nicht mehr krankenversichert.

Verkommen bis zum Abriss

Wie die SAGA an der Elbtreppe einmal mehr billige Wohnungen vernichtet

(aus Hinz&Kunzt 163/September 2006)

Jahrelang ließ die SAGA fünf Häuser an der Elbtreppe in Neumühlen vergammeln. Nun will das städtische Unternehmen das historische Ensemble abreißen und neue, teure Wohnungen bauen. Die Mieter wehren sich und bekommen Unterstützung. Der Vorwurf: Bezahlbarer Wohnraum wird einmal mehr vernichtet.

Wenn das Sozialamt nicht mehr klingelt

Wie kann das Sozialsystem besser funktionieren?

(aus Hinz&Kunzt 163/September 2006)

Herr Maier verliert seinen Job. Er soll nicht verhungern, das ist in Deutschland Konsens. Sonst nicht viel. Hartz IV und zwei andere Modelle für unser Sozialsystem.

„Ich würde weiter Hinz&Kunzt verkaufen“

Sieben Hinz&Künztler diskutieren übers Grundeinkommen

(aus Hinz&Kunzt 163/September 2006)

PETER: Also, ich würde die Idee auf jeden Fall begrüßen! Ich hätte dann wesentlich mehr in der Tasche. Jetzt lebe ich vom Hinz&Kunzt-Verkauf und einer Berufsunfähigkeitsrente.

ANDREAS: Ich finde die Idee – auf Deutsch gesagt – Schwachsinn. Die Motivation zu arbeiten fällt dann weg. Wir sind eine Leistungsgesellschaft, das müssen wir auch sein, wenn wir vorankommen wollen. Ich denke, Menschen sind von Natur aus faul. Und für die Vorgesetzten gäbe es auch keine Möglichkeit mehr, Dinge positiv zu verändern, also eine Entwicklung zu schaffen.

„Lesen war immer mein Liebstes“

Ein Gespräch mit dem Leiter des Literaturhauses Rainer Moritz und der Autorin Fanny Müller über Bücher, strenge Tanten und frühes Zu-Bett-Gehen – anlässlich einer Benefizlesung für Hinz&Kunzt

(aus Hinz&Kunzt 163/September 2006)

Hinz&Kunzt:
Herr Moritz, von Ihnen habe ich gerade Folgendes gelesen: „Wer das Leben bestehen und wer das Glück spüren will, braucht Bücher.“ Ist das nicht ein bisschen dick aufgetragen?

„Unbürokratisch und einfach“

Volkswirt Thomas Straubhaar will ein bedingungsloses Grundeinkommen

(aus Hinz&Kunzt 163/September 2006)

Der Volkswirt Thomas Straubhaar, Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen. Jedem Bürger – egal was er verdient – sollen etwa 620 Euro pro Monat ausgezahlt werden. Dieses Existenzminimum ersetzt alle Sozialleistungen des Staates.

Und raus bist du!

Eine Studie zeigt: Wer aus seiner Wohnung geräumt wird, bekommt oft nicht die Hilfe, die er braucht

(aus Hinz&Kunzt 164/Oktober 2006)

Ulrich Jonas

Mehr als 3000 Menschen pro Jahr werden in Hamburg wegen Mietschulden aus ihrer Wohnung geräumt. Eine bundesweit einmalige Studie von Ethnologen der Uni Hamburg, deren Ergebnisse Hinz&Kunzt exklusiv vorab veröffentlicht, zeigt: Viele Betroffene haben so massive Probleme, dass sie an die Hand genommen werden müssten. Das geschieht zu selten, so die Forscher. Die Menschen landen in Notunterkünften, der Weg zurück ist schwierig.

Die mit dem Herzen sehen

Wer sich im Stadthaushotel einquartiert, erfährt fröhliche Zuwendung bei bestem Service. Klitzekleine Katastrophen inbegriffen

(aus Hinz&Kunzt 155/Januar 2006)

Nikolai Gramüsch ist eigentlich ganz normal. Der 18-Jährige ist mittelgroß, hat sein braunes Haar nach hinten gegelt und sieht einen freundlich an. Ein ganz normaler Mensch? Ja, nur dass er schwerbehindert ist.

Der ungleiche Kampf

Ein Polizist in Zivil will einen Betrunkenen vor zwei Halbstarken schützen und wird lebensgefährlich verletzt. Und viele schauen einfach weg.

(aus Hinz&Kunzt 155/Januar 2006)

Das Verbrechen machte Schlagzeilen: Der Bundespolizist Timo Mesecke lag am Morgen des 5. Mai schwer verletzt auf dem Bahnsteig der S-Bahn-Station Reeperbahn. Acht Messerstiche kosteten ihn fast das Leben. Mesecke hatte zwei junge Männer daran hindern wollen, einen Betrunkenen zu drangsalieren. Hinz&Kunzt zeichnete ihn dafür mit dem „Gut,Mensch!“-Preis aus. Der mutmaßliche Messerstecher will sich an die Tat nicht erinnern können. Er ist wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt, sein Freund wegen gefährlicher Körperverletzung.