Vater, Mutter, Lynn

Die Hinz&Künztler Karin und Thorsten leben trotz ihrer Drogenabhängigkeit mit ihrer kleinen Tochter zusammen

(aus Hinz&Kunzt 159/Mai 2006)

Lynn sitzt in ihrem knallroten Plastikstühlchen, patscht im Essen herum, bietet Mama Karin oder Papa Thorsten ein paar Bissen an und lacht. „Sie entwickelt sich toll“, sagt die Familienhelferin anerkennend über die Anderthalbjährige. Das ist gar nicht so selbstverständlich. Denn die Hinz&Kunzt-Verkäufer Thorsten (43) und Karin (38) waren abhängig von Heroin und nehmen jetzt die Ersatzdroge Polamidon. Im März 2005 haben wir eine Titelgeschichte über die junge Familie gebracht. Jetzt haben wir die drei wieder besucht.

„Diese Bettler und ihre Helfer haben sich bisher nichts zuschulden kommen lassen“

Im Wortlaut: Statement von Landespastorin und Diakoniechefin Annegrethe Stoltenberg

(aus Hinz&Kunzt 160/Juni 2006)

Wir sehen einige wenige Menschen, die nach Hamburg kommen, um in dieser Stadt bei Passanten, die verglichen mit ihnen unvorstellbar reich sind, ein Almosen zu erbitten. Wer ihnen etwas geben will, tut das, wer nicht, lässt es. Diese Bettler und ihre Helfer haben sich bisher nichts zuschulden kommen lassen – außer dass ihr Anblick manche stört, weil er ihre Armut und Behinderung so stark in unser Blickfeld rückt.

„Unerlaubte Sondernutzung öffentlicher Wege durch gewerbsmäßiges, organisiertes Betteln“

Im Wortlaut: Pressemitteilung des Bezirksamtes Hamburg Mitte

(aus Hinz&Kunzt 160/Juni 2006)

Nach den Ermittlungen des Bezirksamtes Hamburg-Mitte ist eine organisierte Gruppe von insgesamt 12 Personen aus der Republik Bulgarien eingereist mit dem Ziel, in Hamburg dem Betteln nachzugehen. Das Betteln erfolgt, indem Gruppenmitglieder, teilweise auf öffentlichen Wegen sitzend oder liegend, Passanten unter Zurschaustellung ihrer Handikaps um Spenden angehen.

Bote des Lichts

Der Künstler Michael Batz erhellt die Stadt und kämpft gegen geistige Enge

(aus Hinz&Kunzt )160/Juni 2006

Als Kind hat Michael Batz noch völlige Finsternis erlebt. Nach dem Krieg, auf einem Dorf in der Nordheide, war in manchen Nächten nicht mal ein Sternenhimmel zu sehen.

Die Geschichte meines Lebens

Hamburger Journalisten schreiben über die Reportage, die sie am meisten bewegt oder verändert hat. Teil 6: Der ehemalige Boulevard-Journalist Udo Röbel über seine Rolle im Gladbecker Geiseldrama im August 1988

(aus Hinz&Kunzt 160/Juni 2006)

Ich habe nie davon geträumt. Zumindest nicht wissentlich. Nicht einmal in den fast 18 Jahren, die mittlerweile darüber vergangen sind, habe ich von dem Tag geträumt, der wie kein anderer sich in mein Leben eingebrannt hat. Was ich mich immer frage, wenn ich an den 18. August 1988 zurückdenke, ist, wie absonderlich das Leben doch manchmal mit einem spielt.

Fußball – das ganze Leben

Fotograf Mauricio Bustamante porträtiert Straßenfußballer aus aller Welt

(aus Hinz&Kunzt 160/Juni 2006)

Ich habe Fußball in den ärmsten Vierteln von Bogotá fotografiert, im Hamburger Schanzenpark und beim Homeless Worldcup in Edinburgh. Mit der Zeit sind immer mehr Geschichten über Straßenfußball und die Menschen auf dem Spielfeld entstanden. Ich habe mir vorher kein Konzept zurechtgelegt. Ich habe einfach fotografiert, was mich interessiert hat.

Helfen statt vertreiben

Warum sich Hinz&Kunzt für die bulgarischen Bettler einsetzt

(aus Hinz&Kunzt 160/Juni 2006)

Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) wird derzeit gefeiert wie ein Held: Er hat es geschafft, bulgarische Bettler aus der City zu vertreiben. Wir finden das menschlich und juristisch bedenklich.

Hüter der verlorenen Schätze

Liebesbriefe, Scheidungsakten, Vibratoren: Der Mann vom Fundbüro lernt die Menschen kennen. Dem Webdesigner hilft er ebenso wie dem Obdachlosen

(aus Hinz&Kunzt 161/Juli 2006)

Vor dem Fundbüro sind alle gleich. Von der Ledertasche über den Turnbeutel bis zum Rucksack mit den letzten Habseligkeiten: Nichts darf verlegt, nichts dem Falschen zurückgegeben werden. Dafür sorgt seit 14 Jahren Dieter Gehlmann.