Luna, Madame Fu und die Küchenfee

Eine Entdeckungsreise in die Altstadt von Altona

(aus Hinz&Kunzt 171/Mai 2007)

Ganz klar: Altona-Altstadt steht sozial im Abseits und ist baulich mancherorts eine Katastrophe. Man kann sich trotzdem in das Viertel zwischen Max-Brauer-Allee, Holstenstraße und Große Elbstraße verlieben, sogar als bekennende Ottenserin.

Was heißt hier „gut“?

Das Hamburger Landgericht erklärt eine Mieterhöhung der Saga für rechtswidrig. Ein Urteil mit Folgen

(aus Hinz&Kunzt 173/Juli 2007)

Die Koppel in St. Georg ist keine gute, sondern nur eine normale Wohnlage. Das hat das Landgericht Hamburg entschieden und eine Mieterhöhung der Saga für rechtswidrig erklärt. Mieterschützer empfehlen Betroffenen in vergleichbarer Situation, sich zu wehren.

Weg mit den alten Buden

Wie in Hamburg billiger Wohnraum vernichtet wird. Drei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Mieter reagieren – mal mit Resignation, mal mit extremem Widerstand

(aus Hinz&Kunzt 173/Juli 2007)

Genaue Zahlen hat niemand. Allein die Saga verkauft jährlich 250 bis 300 Wohnungen aus ihrem Bestand. Der Mieterverein schätzt sogar, dass 500 bis 800 Wohnungen mit günstigen Mieten in Eigentumswohnungen verwandelt werden. „Wir kennen nur die Spitze des Eisberges“, sagt Wilfried Lehmpfuhl vom Mieterverein zu Hamburg. „Vor allem Gebäude aus den 30er- bis 50er-Jahren werden zurzeit massiv abgerissen“, so die SPD-Abgeordnete Barbara Duden. Insgesamt gibt es etwa 200.000 davon in der Stadt. Kleine Wohnungen oder Minireihenhäuser mit einfachstem Standard, häufig mit Kohleheizung, ohne Warmwasser. Aber eben auch mit günstigen Mieten von zum Teil 3,90 Euro pro Quadratmeter kalt.

„Wo sollen die Jugendlichen sonst hin?“

800 Sozialwohnungen gibt es am Billebogen in Lohbrügge-Ost. Freizeitangebote für Jugendliche fehlten jahrelang. Mit dem Senats-Programm Lebenswerte Stadt soll nun alles ganz schnell gehen

(aus Hinz&Kunzt 173/Juli 2007)

Wenn Martina Mußbach und Bianca Emil am Montagmorgen zur Arbeit kommen, greifen sie erst mal zum Besen. Vor dem Eingang zur Kindertagesgruppe „Kleine Strolche“ fegen sie Kippen, Flaschen und Scherben weg. Zurückgelassen von Jugendlichen, die sich am Wochenende hier aufgehalten haben.

Lindhorst sucht den Super-Hahn

Zum 33. Mal treffen sich in Lindhorst bei Hittfeld die Geflügelzüchter zu einem skurrilen Brauch: dem Wettkrähen der Hähne

(aus Hinz&Kunzt 172/Juni 2007)

Am Bierwagen knutscht das erste Pärchen. Mädchen aus dem Dorf sitzen auf Bänken und kichern. Junge Männer klopfen Sprüche, alte Männer klopfen Skat. Kraut wird auf Brötchenhälften geschaufelt, Bratwürste tunken in Senfkleckse, Nackensteaks brutzeln auf dem Grill. Der ganze Festplatz in Lindhorst duftet. Brathähnchen gibt es nicht – wegen der Pietät.

Schlammiges Geschenk

Wie schön: Billstedt bekommt einen Park. Wie schade: erst in 25 Jahren, wenn die neue Elbschlickdeponie voll ist

(aus Hinz&Kunzt 172/Juni 2007)

Man muss als Billstedter schon ziemlich dickfellig sein, um sich nicht verschaukelt zu fühlen: Hamburgs vergessener Osten soll mittels der Senatsprogramme „Aktive Stadtteilentwicklung“ und „Lebenswerte Stadt“ gerade für Familien mit Kindern attraktiver gestaltet werden – und als Erstes installiert der Senat im Quartier eine Elbschlickdeponie. Und verkauft die Maßnahme auch noch als „Geschenk“.

Brieffreundschaft mit Handicap

Der ungewöhnliche Kontakt zwischen Behinderten in Hamburg und St. Petersburg

(aus Hinz&Kunzt 171/Mai 2007)

Wohnanlage Am Frankenberg in Harburg, ein lichtdurchflutetes Zimmer im dritten Stock. Regina Köbnick (49) sitzt im Rollstuhl am Tisch und hält einige Briefe in der Hand. Ihr Mitbewohner Peter Alles (27) kommt dazu, klemmt seinen Blindenstock in einer Halterung am Tisch fest und breitet Geschenke aus, die er bekommen hat: Holztiere zum Zusammensetzen, gestrickte Handschuhe, Bilder.

Auf Kneipentour mit Ralf

Von Fans, Frechheiten und einem schmerzenden Zeh: Ralf Bröcker verkauft Hinz&Kunzt in den Lokalen von Bergedorf und Lohbrügge

(aus Hinz&Kunzt 173/Juli 2007)

Kurz nach 20 Uhr am Lokal Suhrhof in Bergedorf. Unter den Sonnenschirmen auf dem gepflasterten Hof sind vier Tische besetzt. Gäste trinken ein Feierabend-Bier, andere haben sich etwas zu essen bestellt.

Familien unter Druck

Wie Armut Eltern und Kindern zusetzt – Spurensuche in einer Beratungsstelle und in einer Kita

(aus Hinz&Kunzt 171/Mai 2007)

Kindererziehung ist schon unter normalen Bedingungen schwierig. Aber bei Familien mit zu kleinen Wohnungen, wenig Geld und kaum Perspektiven sind Probleme meist programmiert. Ein Besuch in der Kita Scheplerstraße und in der Erziehungsberatungsstelle Virchowstraße.

Mein Freund, der Killerfrosch

Der Hamburger Künstler John Delgado setzt dem südamerikanischen Pfeilgiftfrosch ein Denkmal

(aus Hinz&Kunzt 173/Juli 2007)

Seine Mission: Er will die Pfeilgiftfrösche im Amazonasgebiet retten. Um die Vielfalt der Arten zu zeigen, will der Künstler John Delgado alle 200 Arten als kleine Skulpturen nachbilden. So sollen die Hamburger auf die bedrohte Art aufmerksam werden.