Neues Leben in der Altstadt

Wie kann der Stadtteil wieder wachsen? Was Bezirksamt und Anwohner-Initiative planen

(aus Hinz&Kunzt 171/Mai 2007)

Altona gehört zu Hamburgs begehrten Bezirken. Jedes Jahr wächst es um rund 800 Bewohner. Der einzige Stadtteil, in dem es kein Wachstum gibt, ist Altona-Altstadt. Ein Grund, warum Bezirksamtschef Hinnerk Fock (FDP) diesen Stadtteil mit dem Senatsprogramm Lebenswerte Stadt ins Rampenlicht setzen will.

Billigjob Briefträger

Der Postmarkt wird „liberalisiert“. Die Rechnung zahlen Beschäftigte und Steuerzahler

(aus Hinz&Kunzt 174/August 2007)

Kommendes Jahr soll das Postmonopol endgültig fallen. Erst mal hört sich das gut an, nach mehr Service und günstigerem Porto. Doch die Rechnung dafür zahlen Postboten und Steuerzahler: Löhne und Arbeitsbedingungen in der Branche werden immer schlechter. Und immer häufiger zahlt der Staat Zuschüsse an Unternehmen, die Preise wie Gehälter drücken.

„Das sind richtige Schicksale“

Das Spendenparlament fördert gemeinnützige Projekte. Aber inzwischen wenden sich immer mehr Einzelpersonen in ihrer Not an den Verein

(aus Hinz&Kunzt 171/Mai 2007)

Fast 316.000 Euro hat das Hamburger Spendenparlament auf seiner jüngsten Sitzung Ende März an soziale Organisationen verteilt. Damit konnte der Verein den höchsten Betrag seit seiner Gründung vor elf Jahren weiterreichen. Doch obwohl das Spendenparlament nur gemeinnützige Projekte unterstützt, gehen immer mehr Anträge von Einzelpersonen in Not ein. Hinz&Kunzt sprach darüber mit dem Vorsitzenden der Finanzkommission, Erich Wanko (60).

Albtraum Krankenhaus

Magen-Darm-Virus, falsche Medikamentierung und mangelnde Sauberkeit: Was Hinz&Künztler Fred Kötteritzsch im AK Harburg erlebte

(aus Hinz&Kunzt 172/Juni 2007)

Drei Wochen lang lag Hinz&Künztler Fred Kötteritzsch im Krankenhaus Großsand in Wilhelmsburg – und fühlte sich rundum gut betreut. Als er ein paar Wochen später als Notfall ins AK Harburg eingeliefert wurde, erlebte er dagegen einen Albtraum.

Safari im Hafen

Kulturprojekt auf Industriebrachen: Am Reiherstiegkanal geht es einen Monat lang um Kunst und Veränderung

(aus Hinz&Kunzt 174/August 2007)

Rolf Kellner schaut auf den frisch gedruckten Flyer: Die Grafikerin hat ihn mit der Silhouette eines Autos gestaltet. Dabei wollte Kellner doch einen Reiher. Kellner ist einer der Initiatoren der Kunsttour. Und die schaut in diesem Jahr am Reiherstieg-Kanal nach Beute aus. Vor allem dort, wo der Kanal in der Nähe des Krankenhauses Groß Sand einen Bogen macht.

Ausgebremste Jungs

Sie sind laut, zappeln herum und stören den Unterricht, lautet das Vorurteil. Warum Jungs in Wahrheit schulisch auf der Strecke bleiben, berichten Petra Neumann und Frank Keil

(aus Hinz&Kunzt 172/Juni 2007)

Schlechte Stimmung, als Marc von der Schule nach Hause kommt. Er ist in der letzten Stunde aus dem Unterricht geflogen; durfte auf dem Flur auf den Pausengong warten. Und das nur, weil er Emmas Federtasche vom Tisch gefegt hat, weil die … Aber das zu erklären, wurde ihm gar nicht erst erlaubt. „Vergiss es“, sagt sein Freund Florian: „Bei uns gibt’s eben Eins-a-Mädchenbevorzugung!“ Als Marcs Mutter nachfragte: „Wirklich?“, verdrehte er nur die Augen: Ja, weiß sie das denn nicht?

Goodbye, Schnelsen!

Finale der Stadtnotizen im Thalia Theater: Von einem Ikea-Mitarbeiter, der auszog, um in Rumänien sein Glück zu machen

(aus Hinz&Kunzt 172/Juni 2007)

Die „Stadtnotizen“ im Thalia Theater gehen in die fünfte und damit letzte Runde. Ausgerechnet das gemeinhin als langweilig geltende Schnelsen haben sich Regisseur Frank Abt und Dramaturg Benjamin von Blomberg als Finale ausgesucht. Allerdings ist der wahre Protagonist nicht der Stadtteil, sondern Ikea. Für viele ist es mehr als ein banales Möbelhaus – ein Sinnbild für den Wunsch nach Heimat, Familie und Glück.

Heimliche Hochburg der Kunst

Hinz&Kunzt-Verkäufer Erich Heeder zeigt „sein“ Mümmelmannsberg. Er findet den Stadtteil schön – und ist stolz auf die Kreativität der Menschen

(aus Hinz&Kunzt 172/Juni 2007)

Diese Ruhe! Sie empfängt einen an der Haltestelle Mümmelmannsberg. Was für ein wohltuender Kontrast zum Lärm in der U-Bahn. Noch bis Billstedt war die U3 voll besetzt, überwiegend mit Jugendlichen ausländischer Herkunft. Mindestens alle zehn Sekunden war das Wort „Digger“ zu hören, ersatzweise auch „Ey, Alder“, gewürzt mit Gekicher und Geprahle. Als sollten hier böse Klischees bestätigt werden. Und jetzt das: Vogelgezwitscher. Sonst nichts. Kein Straßenlärm, kein Fluglärm, nur wenige Menschen unterwegs: Willkommen in Mümmelmannsberg.

Zwischen Grau und Grün

Billstedt hat nicht den besten Ruf. Aber es lohnt sich, den Stadtteil kennenzulernen. Eine Erkundungstour zu Hochhäusern, Parks und einem Kulturpalast

(aus Hinz&Kunzt 172/Juni 2007)

Meine einzige Erinnerung an Hamburgs Osten ist ein Gefühl. Und dieses Gefühl passt nicht zum strahlenden Frühlingstag, an dem ich mich auf den Weg nach Billstedt mache. Denn es ist ein Gefühl der Beklommenheit. Als ich vier oder fünf Jahre alt war, hatten meine Eltern Bekannte in Mümmelmannsberg, die wir gelegentlich dort besuchten. Wenn ich daran zurückdenke, fällt mir ein, wie klein ich mich damals fühlte zwischen den vielen Hochhäusern und dem grauen Beton überall, der mich zu erdrücken schien. Und heißt es nicht auch: „Billstedt, Mümmelmannsberg und Horn, schuf der liebe Gott im Zorn“?

Die Helden von Kopenhagen

Eine Woche Urlaub von der Realität: Beim Homeless World Cup wurden Obdachlose zu Superstars

(aus Hinz&Kunzt 175/September 2007)

Zum 5. Homeless World Cup (HWC), der Fußball-WM der Obdachlosen, kamen Anfang August 500 Spieler aus 48 Nationen nach Kopenhagen. Ein riesiges Fest von Menschen, die sonst wenig zu feiern haben.