„Der Druck wird an die Basis weitergereicht“

Zerrieben zwischen den Ansprüchen von Politik, Verwaltung, Medien, Eltern und Kindern: Ein Jugendamtsmitarbeiter berichtet, warum viele Kollegen überlastet sind

(aus Hinz&Kunzt 191/Januar 2009)

Die Stadt stockt in diesem Monat die Zahl der Jugendamtsmitarbeiter um 20 auf dann 302 auf. Eine längst überfällige Maßnahme. Denn in den vergangenen Jahren waren die Jugendämter so überfordert, dass alleine 2008 jeder fünfte Mitarbeiter eine Überlastungsanzeige stellte. Ein Jugendamtsmitarbeiter, der anonym bleiben will, sagt, warum.

„Dieses Amt ist auch Bürde“

Hamburg-Journal-Moderatorin und Tagesschausprecherin Judith Rakers über ihren journalistischen Werdegang, die Neutralität von Nachrichten und die Notwendigkeit, ein seriöses Privatleben zu führen
(aus Hinz&Kunzt 191/Januar 2009)

Hinz&Kunzt: Es war Ihnen nicht gerade in die Wiege gelegt, einmal Journalistin und Tagesschausprecherin zu werden, oder?

Der Drachen faucht – St. Georg zwischen Glanz und Elend

Gustav Solberg verkauft seit Jahren Hinz&Kunzt in der Langen Reihe. Nun hätten ihn Zugezogene fast vertrieben. Joachim Wehnelt (Text) über solidarische Nachbarn, eifrige Politiker und ein Quartier im Visier der Investoren

(aus Hinz&Kunzt 192/Februar 2009)

„Da ist der Eingang zur Hölle“

Kapitän Hans Peter Jürgens heuerte mit 15 als Schiffsjunge auf der Viermastbark „Priwall“ an. Bei dieser Orkanfahrt erfuhr er, warum Gott Kap Hoorn im Zorn erschaffen hat

(aus Hinz&Kunzt 192/Februar 2009)

Schietwetter in Hamburg, und bannig ungemütlich ist es um diese Jahreszeit. Das alles ist aber gar nichts gegen das, was Kapitän Hans Peter Jürgens bei einer Orkanfahrt rund um Kap Hoorn erlebt hat. 1939 hatte er, damals 15 Jahre alt, als Schiffsjunge auf der „Priwall“ angeheuert. Es war die letzte Frachtreise des Großseglers. Jürgens überlebte und erzählte knapp 70 Jahre später dem Journalisten Stefan Krücken seine Geschichte. Daraus entstand das Buch „Sturmkap“. Hinz&Kunzt druckt Auszüge aus dem ersten Kapitel.

„Püppi darf es an nichts fehlen!“

Die Hamburger Tiertafel macht Hunde, Katzen und Meerschweinchen satt, wenn
ihre Herrchen mit wenig Geld auskommen müssen

(aus Hinz&Kunzt 192/Februar 2009)

Tiko ist zum ersten Mal da und kriegt sich gar nicht mehr ein. Schwanzwedelnd zerfetzt der zehnjährige Mischlingsrüde die rote Papierdecke auf dem Tisch neben der Ausgabestelle. Kein Wunder,dass er so aufgeregt ist. Selbst Menschennasen merken: Hier gibt es Futter! Paletten- und säckeweise stapelt es sich im Keller des Altonaer Wohnhauses, in dem sich die Hamburger Tiertafel eingemietet hat. Zweimal im Monat werden die Kellertüren geöffnet für Kunden wie Tiko und ihre Besitzer.

„Holt euch Hilfe!“

Wenn Eltern von ihren Kindern getrennt werden, ist das ein Schock, es kann aber auch der Beginn eines viel besseren Lebens sein — für die Kinder und die Eltern
(aus Hinz&Kunzt 192/Februar 2009)

„Wir haben so viel verpasst“

Wenn Kinder ins Heim kommen, muss das kein traumatisches Erlebnis sein. Bei SME finden sie Geborgenheit und ein Zuhause. Zu ihren Eltern behalten sie Kontakt.

(aus Hinz&Kunzt 192/Februar 2009)

„Zu getreuen Händen“

Bevor Familie Bielefeld 1941 aus Hamburg deportiert wird, bringt sie ihre wertvollsten Gegenstände in Sicherheit. Freunde hüten die Stücke seitdem
für sie. Jetzt sind die Stücke in einer Ausstellung zu sehen

(aus Hinz&Kunzt 194/April 2004)

Die Schublade klemmt. Im Esszimmer ihrer Wohnung in Winterhude rüttelt Traute Olsen an den Griffen der Kommode. Da öffnet sich die Lade. Die 77-Jährige holt eine schmale Schatulle heraus und klappt den Deckel hoch. Gabeln und Messer in 800er Silber liegen auf grünem Satin, auf den Griffen ist „HB“ eingraviert. Es sind die Initialen von Helene Bielefeld, einer gebürtigen Hamburgerin, die mit ihrer Familie in der Erikastraße lebte. Auch Traute Olsen wurde in Hamburg geboren. Im Wohnzimmer erinnert sie sich, wie sich ihre Wege kreuzten.

„Ansprache, nachfragen, Zeit haben“

Der ambulante Pflegedienst „Pflegezeit“ besucht psychisch kranke Menschen
in ihren Wohnungen. Ohne fremde Hilfe würden sie auf der Straße landen

(aus Hinz&Kunzt 194/April 2009)

„Bomben und Granatendonner!“, Herr C. fuchtelt wild mit den Armen, fährt sich einmal durch die zerstrubbelten, grauen Haare, dann lässt er sich schwer in einen Sessel fallen. Er ist 83 Jahre alt, groß und sehr kräftig, er hat Krieg und Kriegsgefangenschaften miterlebt, aber über sein Leben erzählen, das will er nicht mehr.

„Mieter werden herausmodernisiert“

Das städtische Wohnungsunternehmen Saga GWG kündigt in Barmbek drastische Mieterhöhungen an.
Der Mieterverein übt Kritik, Betroffene bangen

(aus Hinz&Kunzt 194/April 2009)

5200 Wohnungen will das städtische Wohnungsunternehmen Saga GWG dieses Jahr modernisieren, 125 Millionen Euro dafür ausgeben. Die Folge sind oft deftige Miet-erhöhungen – die längst nicht jeder tragen kann, wie das Beispiel Barmbek zeigt.