„Wir haben so viel verpasst“

Wenn Kinder ins Heim kommen, muss das kein traumatisches Erlebnis sein. Bei SME finden sie Geborgenheit und ein Zuhause. Zu ihren Eltern behalten sie Kontakt.

(aus Hinz&Kunzt 192/Februar 2009)

Himmel über Altona Beach

Am anderen Ende der Welt, in Australien, liegt Altona Beach. Mauricio Bustamante wollte dort fotografieren – und traf zwei Menschen, die er nie vergessen wird

(aus Hinz&Kunzt 193/März 2009)

Da drüben stehen zwei Engel. Das habe ich gleich gedacht. Sie stehen dort, ein Pärchen, etwa 70, 75 Jahre alt. Er hat den Arm um sie gelegt, sie hält eine rote Nelke in der Hand.

Vom Geben und Nehmen in der Krise

Die Hamburger Tafel ist unverzichtbar geworden. Jetzt kommt die Wirtschaftsflaute bei den Helfern an: Während immer mehr Menschen
um Lebensmittel bitten, gehen die Essensspenden zurück

(aus Hinz&Kunzt 193/März 2009)

„Die Kinder in Afrika haben gar nichts zu essen“, mahnten Eltern früher, wenn der Teller nicht leer gegessen wurde. Im Jahr 2009 ist „Afrika“ um die Ecke, Hunger und der Mangel am Nötigsten sind in Mitteleuropa, in Deutschland, in Hamburg angekommen. Immer mehr Arbeitslose, Rentner und Alleinerziehende kommen mit ihrem Budget nicht aus, sind auf die Unterstützung durch Lebensmitteltafeln angewiesen. Angesichts der enormen Zahl der Hilfebedürftigen stoßen Hilfsinitiativen an ihre Grenzen – zumal Essensspenden rarer werden.

Uwes Traum vom Nachtcafé

Er ist obdachlos und drogenabhängig, aber seit der ehemalige Hinz&Künztler Uwe den Studenten Ole kennengelernt hat, ist Bewegung in sein Leben gekommen

(aus Hinz&Kunzt 193/März 2009)

Sie sind ein Team, wie es wohl unterschiedlicher nicht sein könnte: Uwe ist 44 Jahre alt und wohnungslos, Ole Seidenberg hingegen studiert Soziologie, ist Mitte 20. Doch seit wenigen Wochen haben die beiden eines gemeinsam. Es ist ein Traum, der in Erfüllung gehen soll – Uwes Traum, der nun auch zu Oles geworden ist.

Wunderschön, irgendwann …

Obst und Gemüse anbauen, Kräuter pflanzen – gute Idee! Die Hinz&Kunzt-Gartengruppe hat eine Parzelle bekommen, ganz nach ihrem Geschmack

(aus Hinz&Kunzt 193/März 2009)

Wir geben bestimmt ein witziges Bild ab. Verdutzt schauen wir über die wacklige Holzpforte in unser neues Domizil, einen völlig heruntergekommenen Schrebergarten.

„Zu getreuen Händen“

Bevor Familie Bielefeld 1941 aus Hamburg deportiert wird, bringt sie ihre wertvollsten Gegenstände in Sicherheit. Freunde hüten die Stücke seitdem
für sie. Jetzt sind die Stücke in einer Ausstellung zu sehen

(aus Hinz&Kunzt 194/April 2004)

Die Schublade klemmt. Im Esszimmer ihrer Wohnung in Winterhude rüttelt Traute Olsen an den Griffen der Kommode. Da öffnet sich die Lade. Die 77-Jährige holt eine schmale Schatulle heraus und klappt den Deckel hoch. Gabeln und Messer in 800er Silber liegen auf grünem Satin, auf den Griffen ist „HB“ eingraviert. Es sind die Initialen von Helene Bielefeld, einer gebürtigen Hamburgerin, die mit ihrer Familie in der Erikastraße lebte. Auch Traute Olsen wurde in Hamburg geboren. Im Wohnzimmer erinnert sie sich, wie sich ihre Wege kreuzten.

„Ansprache, nachfragen, Zeit haben“

Der ambulante Pflegedienst „Pflegezeit“ besucht psychisch kranke Menschen
in ihren Wohnungen. Ohne fremde Hilfe würden sie auf der Straße landen

(aus Hinz&Kunzt 194/April 2009)

„Bomben und Granatendonner!“, Herr C. fuchtelt wild mit den Armen, fährt sich einmal durch die zerstrubbelten, grauen Haare, dann lässt er sich schwer in einen Sessel fallen. Er ist 83 Jahre alt, groß und sehr kräftig, er hat Krieg und Kriegsgefangenschaften miterlebt, aber über sein Leben erzählen, das will er nicht mehr.

„Mieter werden herausmodernisiert“

Das städtische Wohnungsunternehmen Saga GWG kündigt in Barmbek drastische Mieterhöhungen an.
Der Mieterverein übt Kritik, Betroffene bangen

(aus Hinz&Kunzt 194/April 2009)

5200 Wohnungen will das städtische Wohnungsunternehmen Saga GWG dieses Jahr modernisieren, 125 Millionen Euro dafür ausgeben. Die Folge sind oft deftige Miet-erhöhungen – die längst nicht jeder tragen kann, wie das Beispiel Barmbek zeigt.

Nur eine blasse Erinnerung

Wer vermisst schon einen Obdachlosen? Spurensuche nach einem Mann, der von einem Tag auf den anderen einfach verschwand

(aus Hinz&Kunzt 195/Mai 2009)

Kann ein Mensch in dieser Stadt spurlos verschwinden? Ohne die kleinste Hinterlassenschaft, ohne einen Beweis, dass er überhaupt hier unter uns gelebt hat? Man kann sich das nicht wirklich vorstellen. Da gibt es doch diesen (dummen) Spruch „Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare“. Einen Totenschein, der in irgendeiner Behörde abgeheftet wird, den hinterlässt doch wohl jeder.
Und genau das macht die Suche nach Lutz Jeuthe so verstörend. Der Mann ist seit sechs Jahren verschwunden und wie vom Erdboden verschluckt. Einfach weg.

Kleiner Mann ganz groß

Im Fernsehen gibt Bjarne Mädel den langweiligen Durchschnittstypen. Ist er aber gar nicht. Misha Leuschen sprach mit dem Schauspieler über seine Jugend in Nigeria, Lampenfieber und sein Heimweh nach Hamburg

(aus Hinz&Kunzt 195/Mai 2009)

Morgens um zehn in der Schanze. Die Sonne scheint, verschlafene Menschen sitzen schweigsam über ihrem ersten Kaffee, in den Kneipen wird rumpelnd das Bier für den Abend angeliefert. „Saal II“ hatte Bjarne Mädel als Treffpunkt vorgeschlagen, doch da stehen noch die Stühle auf den Tischen, ein müder Mann kehrt lustlos den Fußboden. Na toll.