Tod auf der Straße

Mindestens 22 Obdachlose sind 2026 in Hamburg gestorben

Mindestens 22 Obdachlose sind in diesem Jahr bereits auf Hamburgs Straßen gestorben. Foto: LG

Mindestens 22 Obdachlose sind in diesem Jahr auf Hamburgs Straßen gestorben. Details zu den Todesfällen will die zuständige Behörde nicht nennen.

Kurz vor Beginn des Winternotprogramms für Obdachlose steht fest, dass in diesem Jahr mindestens 22 Menschen auf Hamburgs Straßen gestorben sind. 21 Todesfälle habe es bis Ende September gegeben, erklärte die Sozialbehörde auf Hinz&Kunzt-Nachfrage. Einen weiteren Obdachlosen fanden Mitarbeitende einer Hamburger Recyclingfirma Anfang Oktober tot in einer Müllpresse. Die Polizei ermittelt noch in diesem Fall.

Aus parlamentarischen Anfragen der Linken geht hervor, dass es im vergangenen Jahr 28 Todesfälle auf der Straße und noch einmal ungefähr genauso viele Todesfälle von Obdachlosen im Krankenhaus gab. Mindestens ein Obdachloser starb 2025 demnach an den Folgen einer Unterkühlung in einer Klinik.

Daten aus den Krankenhäusern will die Sozialbehörde nicht von sich aus abfragen. Die bemerkenswerte Begründung: Wer in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, gilt als vom Hilfesystem erfasst. Stirbt also ein obdachloser Mensch kurz nach einer Einlieferung ins Krankenhaus, wird er neuerdings in der Behördenstatistik nicht berücksichtigt.

Auch Angaben zum Alter der Betroffenen und den Umständen ihres Todes wollte die Behörde auf Nachfrage nicht machen. Man plane, Angaben zu den Todesursachen künftig zu veröffentlichen, „allerdings nicht einzelfallbezogen“, erklärte eine Sprecherin.

Artikel aus der Ausgabe:
Ausgabe 405

Ein Leben für den Tierschutz

Wie Malte Zierden Tiere aus der Ukraine rettet und wie die „Tiertafel“ armen Menschen hilft, ihre Tiere behalten zu können. Außerdem: Hamburg schiebt immer mehr Obdachlose ab.

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Autor:in
Jonas Fabricius-Füllner
Jonas Fabricius-Füllner

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