124 Schlafplätze von Obdachlosen hat die Stadt allein dieses Jahr räumen lassen. Was aus den Betroffenen wurde, weiß der Senat nicht.
Hamburgs Behörden haben keinen Überblick darüber, was aus Obdachlosen wird, deren Schlafplatz von städtischen Mitarbeitenden geräumt wird. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Bürgerschaftsanfrage der Fraktion Die Linke hervor. So heißt es in der Antwort auf die Frage, wie viele Geräumte anschließend in öffentlich-rechtliche Unterbringung vermittelt werden, diese Daten würden „nicht gesondert statistisch erfasst“. Ebenso wenig erhebe die Stadt, in wie vielen Fällen Plattenräumungen von Straßensozialarbeitenden begleitet wurden.
„Wer Schlafplätze räumt, ohne den betroffenen Menschen eine tragfähige Perspektive zu bieten, verschiebt das Problem lediglich“, sagt Olga Fritzsche, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Sie fordert mehr aufsuchende Sozialarbeit. Wie aus der Senatsantwort hervorgeht, wurden allein dieses Jahr 124 Schlafplätze von Obdachlosen geräumt. Wie viele Menschen davon betroffen waren, ist dem Senat nicht bekannt.

