Für Freitag ruft ein Hamburger Bündnis zu Protest in Solidarität mit Obdach- und Wohnungslosen auf. Die Verelendung auf der Straße nehme immer mehr zu.
Den „Tag der Wohnungslosen“ am 11. September nimmt das linke Hamburger Bündnis „Solidarität statt Ausgrenzung“ zum Anlass für eine Demonstration. Die Versammlung unter dem Motto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause – Obdachlosigkeit abschaffen jetzt!“ soll am Freitag um 17 Uhr auf dem Heidi-Kabel-Platz am Hauptbahnhof beginnen und um 19 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz enden. Auch Hinz&Kunzt ruft dazu auf.
Nicht zufällig führt die Route auch durch St. Georg und über den Hansaplatz: Hier hat der Senat zum 1. August ein Alkoholkonsumverbot erlassen. Durch die Ausweitung der Alkoholverbotszone „verstärkt sich die Verdrängung und Kriminalisierung von Menschen, die von Suchterkrankungen und Obdachlosigkeit betroffen sind“, heißt es in einer Mitteilung.
„Verbote und Schikanen lösen kein einziges Problem“
„Verbote und Schikanen lösen kein einziges Problem, sondern machen die Not bloß unsichtbar – wer Verdrängung als Sozialpolitik verkauft, hat jede Empathie verloren“, erklärt Kevin Vollbrich vom Bündnis und fordert einen „grundlegenden Kurswechsel“ sowie die „Abkehr von verdrängenden Maßnahmen“.
Auch die geplanten Kürzungen der Bundesregierung beim Wohngeld stehen in der Kritik. Sie führten zu einem steigenden Risiko für Mietrückstände und Wohnungsverlust, heißt es. In diesem Punkt ist sich das Bündnis einig mit den Hamburger Regierungsfraktionen: SPD und Grüne haben jüngst Widerstand gegen die Reform im Bundesrat angekündigt.
Bei der Abschlusskundgebung auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz soll es neben Redebeiträgen unter anderem von Hinz&Kunzt eine Essensausgabe und Konzerte geben. Angekündigt ist die Rapperin „Josie D.“, die aus eigener Erfahrung über Armut und Obdachlosigkeit singt. Außerdem soll das Duo „Lex und Guerrero“ auftreten.
