Street Collective :
Von der Straße für die Straße

Streetfotografie ist die Leidenschaft von Britta Kohl-Boas und Siegfried Hansen. Foto: Imke Lass

Auf Bilderfang in Hamburg und der ganzen Welt: Die Fotograf:innen des „Streetcollective Hamburg“ zeigen ab 12. Mai in einer Ausstellung ihre besten Arbeiten – und versteigern zwei Werke zugunsten von Hinz&Kunzt. 

Hinz&Kunzt Randnotizen

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Aufmerksam beugen sich Britta Kohl-Boas und Siegfried Hansen über den großen Tisch – vor ihnen ein imposanter Berg aus Miniatur-Bilderabzügen. „Aus über 1000 Fotos hat das Kollektiv nun die 20 bis 30 rausgefiltert, die wir groß im Eingangsbereich zeigen werden“, sagt Kohl-Boas. Aber die Arbeit ist damit längst nicht getan. Denn die Ausstellung „Between Worlds“, die das Streetcollective Hamburg ab 12. Mai in den Räumlichkeiten der neu eröffnenden Galerie „Intreal“ zeigen wird, umfasst rund 150 foto­grafische Arbeiten, verteilt auf fünf Stockwerke. Allesamt Werke passionierter Hamburger Fotograf:innen, die ein inneres Motto eint: Die Straße ist ihre Liebe!

Streetfotografie ist eine spannende Nische im Fotogenre. Ihre Grenzen sind fließend, aber einen bewusst weit gesteckten Rahmen gibt es doch: „Es geht um spontane, nicht gestellte Szenen im urbanen Raum, die man mit der Kamera einfängt“, versucht sich Kohl-Boas, selbst Mitglied im Streetcollective, an der Definition ihrer Leidenschaft. Der ist die promovierte Ökotrophologin, wie sie lächelnd gesteht, „längst komplett verfallen“. 

Streetfotograf:innen, so heißt es auf der Homepage des Kollektivs, „denken oft in Bedeutungspaaren und Gegensätzen“ – wie Schwarz und Weiß, Hell und Dunkel, Farbe oder Uni. Neulich, erzählt Kohl-Boas, sei sie an einem sehr verregneten Morgen in der Sternschanze unterwegs gewesen und habe einen in gelbe Farbe getauchten provisorischen Fußgängerübergang entdeckt. Dort habe sie sich dann positioniert und darauf gewartet, „dass hoffentlich jemand mit einem gelben Regenschirm vorbeikommt“. Der kam zwar nicht – „dafür aber ein Jogger in komplett gelbem Outfit!“. Fertig war der ungekünstelte Street-Art-Schnappschuss, „so was feiern wir in der Szene dann.“ Ihr Mitstreiter Siegfried Hansen weiß: „Wenn das Herz schneller klopft, dann machst du dein Foto.“ 

Ausstellung und Versteigerung

Ausstellungseröffnung und Versteigerung finden am 12. Mai ab 18 Uhr in der Galerie Intreal statt. Gertrudenstraße 9, der Eintritt ist frei. Infos: www.streetcollective.hamburg

Elf Fotograf:innen haben sich zum Hamburger Streetcollective zusammengeschlossen. Ihr Ziel: die bessere Vernetzung untereinander sowie mit Gleichgesinnten in anderen Städten. Für die Ausstellung stoßen die befreundeten Profis Bastian Hertel und eben Siegfried Hansen dazu. Der stellt für die Vernissage am 12. Mai ein edel aufbereitetes Foto zur Versteigerung zur Verfügung – genauso wie sein renommierter englischer Kollege Sean Tucker. Denn auch sie leben das Motto von Britta Kohl-Boas und ihren Foto-Freund:innen: „Wir haben das Gefühl, wir nehmen etwas von der Straße – und möchten dann gerne auch etwas an die Straße zurückgeben.“

Artikel aus der Ausgabe:

Zehn Jahre Lampedusa in Hamburg

Nach der Solidaritätswelle: Wie die Lampedusa-Geflüchteten in Hamburg angekommen sind – und wie die EU sich an ihren Grenzen immer weiter abschottet. Außerdem: Wieso Hamburgs Wohnunterkünfte überfüllt sind wie sich ein Festival gegen Antisemitismus stark macht. 

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Autor:in
Jochen Harberg
Seit über 40 Jahren im Traumberuf schreibender Journalist, arbeitete festangestellt u. a. für Stern und Welt am Sonntag. Seit 2019 mit großer Freude im Team von Hinz&Kunzt.

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