Neustadt : Obdachloser stirbt auf Parkbank

Wir sind traurig: Der Obdachlose Olaf S. ist in einer kalten Novembernacht auf einer Parkbank in der Neustadt verstorben. Weil er zu viel Alkohol getrunken hat, mutmaßt die Staatsanwaltschaft.

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Knapp drei Grad war es kalt, als Olaf S. am 20. November auf einer Parkbank in der Neustadt verstarb. Anzeichen dafür, dass der Obdachlose erfroren sein könnte, gab es laut Polizei jedoch nicht. Weil es auch keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gegeben habe, sei auf eine Obduktion verzichtet worden, sagt ein Polizeisprecher.

Über die Todesursache lässt sich deswegen nur spekulieren. „Mutmaßlich ist der Mann nach extremem Alkoholabusus verstorben“, sagt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach. Kälte und Alkohol – eine gefährliche Mischung.

Wieso der 58-Jährige bei diesen eisigen Temperaturen unweit des Winternotprogramms für Obdachlose nachts draußen war, wissen wir nicht. Die Informationslage ist dünn, die Polizei will mit Verweis auf den Datenschutz keine Details nennen. „Nach den polizeilichen Ermittlungen hatte er keine Wohnung“, sagt Staatsanwältin Frombach nur.

Die Nachricht macht uns bei Hinz&Kunzt traurig. „Viele Menschen, die Platte machen, sind extrem krank“, sagt Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer. „Sie brauchen dringend Ruhe, Wärme und ein Zuhause.“

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

2 Kommentare zu “Obdachloser stirbt auf Parkbank

  1. Was wir alles so brauchen, politisch gesehen bekommen wir es aber nicht !! Der Bezirk Mitte läßt es im nächsten Jahr nicht mal zu, das sich Ehrenamtliche um Obdach – so wie Wohnungslose gekümmert wird. Man will einfach keine Obdach – so wie Wohnungslose geballt in der Mönkebergstrasse sehen. Da frage ich mich: „Wie menschlich ist da noch unsere politische Landschaft ??“ Das dies so nicht mehr weiter gehen kann, liegt nah, ganz nah. Ich war selbst mal Rettungssanitäter beim DRK, und ich kann es nicht mehr ertragen, das diese Politik mit Menschenleben spielt. Da werden sie aus dem Erfrierungsschutz ab 9:00 Uhr morgens auf die Strasse gesetzt, ohne zu wissen, ob sie dort überhaupt überlebensfähig sind. Nun habe ich einen Strafantrag gegen diese Freie und Hansestadt Hamburg gestellt, da mit keiner mehr auf den Strassen von Hamburg mehr sterben muß !!

    Erich Heeder – Stadtteilkünstler – HINZ&KUNZT VERKÄUFER

  2. Leider musste ich vorgestern erfahren, das es sich bei dem Obdachlosen Olaf S um meinen Patenonkel gehandelt hat. Habe nur durch Zufall davon erfahren, das er gestorben ist und dann auch noch so. Aus unerklärlichen Gründen brach der Kontakt zu ihm vor ca. 3 Jahren plötzlich ab. Ich wusste das er nach Hamburg gezogen ist, mit seiner Freundin in einem Haus wohnt und er einen neuen Job an einem Theater hat.
    Ich bin zu tiefst geschockt über diese Nachricht und versuche gerade überall Informationen über seine letzten 3 Jahre heraus zu finden und was mit ihm geschehen ist, das er auf der Straße gelebt hat.
    Ich bin über jede Information dankbar und hoffe das man mir hier weiter helfen kann. Da ich nicht mit ihm verwandt bin, bekomme ich keinerlei Informationen von Behörden.
    Bitte helft mir etwas heraus zu finden.

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