Kältewelle : Obdachloser stirbt an den Landungsbrücken

In der Nähe der Landungsbrücken starb am 10. Februar ein weiterer Obdachloser. Foto: Falk Jaquart / pixelio.de

Am Mittwoch starb ein Obdachloser in der Nähe der Landungsbrücken. Es ist bereits der 13. Todesfall in diesem Winter.

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Die Schreckensmeldungen reißen nicht ab: Erneut starb ein Obdachloser in Hamburg auf der Straße. Ein Bekannter des etwa 60-jährigen Obdachlosen entdeckte die Leiche am Mittwochnachmittag unter der U-Bahnbrücke an der Helgoländer Allee bei den Landungsbrücken, teilte die Polizei auf Hinz&Kunzt-Anfrage mit.

Nach Angaben von Susanne Groth vom Verein Leben im Abseits hatte der Obdachlose dort zuletzt Platte gemacht. „Er wollte nicht in die Massenunterkünfte des Winternotprogramms – auch aus Angst vor Corona“, sagt die Autorin und Helferin im Gespräch mit Hinz&Kunzt. „Dass jetzt schon wieder ein Obdachloser gestorben ist macht mich traurig und wütend.“

Die Identität des Verstorbenen ist noch nicht endgültig geklärt. Der Leichnam soll jetzt in der Rechtsmedizin untersucht werden. Ein Fremdverschulden wird laut Polizei allerdings ausgeschlossen. Mit dem erneuten Todesfall sind in diesem Winter 13 Menschen auf Hamburgs Straßen gestorben. Zum Vergleich: Aus dem vergangenen Winter sind vier Todesfälle von Obdachlosen im öffentlichen Raum bekannt.

Unter dieser U-Bahn-Brücke wurde der Tote gefunden. Archivbild: Benjamin Laufer.

Trotz der erschreckend hohen Todeszahl hält die Sozialbehörde weiterhin am Winternotprogramm mit seinen drei Großunterkünften mit Mehrbettzimmern für insgesamt bis zu 1000 Menschen fest. Im Sozialausschuss der Bürgerschaft erneuerte Sozialsenatorin Melanie Leonhard einen Tag vor dem Tod des Obdachlosen ihre Haltung, dass man Obdachlosen – im Unterschied beispielsweise zu Düsseldorf – weiterhin keine Einzelunterbringungen in leerstehenden Hotels bieten werde.

Autor:in
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.