Erster Weihnachtstag : Obdachloser starb in der Innenstadt

Gleich neben dem Wallanlagen hatte ein 50-jähriger Obdachloser auf dem Campus der Bucerius Law School genächtigt. Er starb in seinem Zelt am 25. Dezember 2019. Foto: Actionpress / imagebroker.com

Wie jetzt erst bekannt wurde, ist am ersten Weihnachtstag auf Hamburgs Straßen erneut ein Obdachloser gestorben. Er lebte seit einigen Wochen in einem Zelt auf dem Campus der Bucerius Law School.

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Heiligabend gab es für Björn kein trautes Fest am Weihnachtsbaum, nicht einmal ein warmes Bett. Stattdessen verbrachte der Obdachlose die Nacht in einem Zelt auf dem Campus der Bucerius Law School.

Am folgenden Tag, dem ersten Weihnachtstag, stellten Sicherheitsmitarbeiter bei einem Rundgang gegen Mittag fest, dass der 50-Jährige verstorben ist. „Dort, wo wir täglich arbeiten und studieren, haben wir einen Mitmenschen verloren, dessen Schicksal und Lebensgeschichte wir nicht kannten“, teilt Meinhard Weizmann, Geschäftsführer der Bucerius Law School, mit. „Wir trauern um einen für sich einzigartigen Menschen.“

Erst Anfang dieser Woche wurde der Todesfall bekannt. Inzwischen hat sich die Hochschulleitung mit einem Schreiben an Mitarbeiter*innen und Studierende gewendet und informiert über Unterstützungsangebote für Obdachlose. „Wir sind nicht hilflos“, heißt es in dem Schreiben. „Wir können die Augen offen halten und Hilfe anbieten, auch wenn wir nicht die Probleme jedes/r Einzelnen lösen können.“

Über Björn ist wenig bekannt. Mehrere Wochen soll der Obdachlose bereits in seinem Zelt hinter einem Trafohäuschen auf dem Campus gelebt haben. Unklar, warum er in kalten Nächten wie Heiligabend keine Zuflucht in der nur wenige hundert Meter entfernten Notschlafstätte Pik As suchte. Auch in den umliegenden Tagesaufenthaltsstätten war der 50-Jährige nicht bekannt.

Autor*in
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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