Loogestraße in Eppendorf : Obdachlose unerwünscht?

Eine reine Obdachlosenunterkunft wie hier 2012 in der Spaldingstraße wird es in Eppendorf nicht geben. Foto: Mauricio Bustamante

In der Loogestraße in Eimsbüttel soll eine Wohnunterkunft für Flüchtlinge und andere Wohnungslose entstehen. Jetzt machen Anwohner nach Angaben des Hamburger Abendblatts mit Flugblättern Stimmung gegen Obdachlose.

Anzeige

Seit einigen Wochen streiten in Eppendorf einige Anwohner und Bezirkspolitiker um Wohncontainer auf einer Grünfläche in der Loogestraße. Dort hatte die Stadt bereits in den 1990er Jahren Container für Flüchtlinge aufgestellt. Jetzt will der städtische Unterkunftsbetreiber fördern und wohnen (f&w) dort erneut etwa 100 Menschen unterbringen. Einen Plan, den Lokalpolitiker der SPD, Grünen und Linke unterstützen, weil immer noch viele Flüchtlinge Monate nach ihrer Ankunft in Hamburg in Erstaufnahmezentren leben müssen.

Einige Anwohner ziehen allerdings mit allen erdenklichen Argumenten dagegen ins Feld. Sie befürchten den Verlust einer Spielfläche ihrer Kinder, kritisieren die Vernichtung einer ökologisch wichtigen Grünfläche und vertreten auf einem Online-Blog zugleich die Ansicht, dass die Fläche an den Gleisen eh zu laut und ungemütlich sei, um dort zu wohnen.

Jetzt wird nach Angaben des Hamburger Abendblatts zudem ein Flugblatt verteilt, dass vor der Errichtung einer reinen Obdachlosenunterkunft für Männer warnt: „Die Unterbringung wird aller Voraussicht nach als Obdachlosenunterkunft genutzt werden“, schreibt der anonyme Verfasser. Dies sei zu erwarten, da f&w auch das Männerwohnheim Pik As in der Neustadt betreibe.

Er könne die Sorgen der Anwohner nachvollziehen, sagt Stefan Bohlen, vom CDU-Ortsverband in Eppendorf, und stellt zugleich klar: „Die CDU hat sich nie gegen Flüchtlinge ausgesprochen und wir können uns sehr wohl eine gemischte Unterbringung von Flüchtlingen und deutschsprachigen Wohnungslosen vorstellen.“

Und genau das ist im Loogepark vorgesehen. Dort soll eine ganz normale öffentliche Unterkunft entstehen, in der Flüchtlinge, aber auch Wohnungslose untergebracht werden können, teilt f&w-Sprecherin Susanne Schwendtke auf Hinz&Kunzt-Nachfrage mit.

CDU-Politiker Bohlen verortet den Konflikt auf einer anderen Ebene: Die rot-rot-grüne Mehrheit im Bezirk habe ein von der lokalen Bürgerinitiative und der CDU favorisiertes Bürgerforum abgelehnt und damit die Bürgerbeteiligung ausgebremst. Jetzt gäbe es lediglich einen Runden Tisch. „Und das erst drei Wochen, bevor die Menschen einziehen“, sagt Bohlen.

Über den Autor
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.