Isebekkanal : Der Zaun wird abgebaut

Da stand er noch: Der Zaun unter der Goebenbrücke am Isebekkanal. Foto: Mauricio Bustamante.

Hitzige Wortgefechte im Eimsbütteler Bezirksparlament: Eigentlich sollte der Zaun zur Vertreibung von Obdachlosen am Isebekkanal bis zum Herbst abgebaut werden. Der Bezirk wollte aber zunächst nur die Seitenteile entfernen.

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Es ist vollbracht: Der Zugang zur Platte unter der Goebenbrücke am Isebekkanal wird wohl noch in diesem Jahr wieder frei. Der Zaun, den das Bezirksamt Eimsbüttel dort im Frühjahr zur Vertreibung von Obdachlosen aufgebaut hatte, wird zum Wasser hin versetzt. So, dass niemand im Schlaf ins Wasser fallen und ertrinken kann. Davor zu schützen, war von Beginn an das Scheinargument der Bezirksverwaltung gewesen.

Der Weg zum Umbau des Zauns war lang. Drei mal befasste sich der Kerngebietsausschuss des Bezirksparlaments damit. Von allen Parteien erntete die Verwaltung Kritik daran, dass sie einen solchen Zaun überhaupt aufgebaut hatte, ohne das Parlament vorher darüber zu informieren. Eigentlich hatten die Politiker im Mai beschlossen, dass der Zaun im Herbst entweder abgebaut oder zum Wasser hin versetzt werden sollte, sodass der Zugang zur Platte wieder frei wird. Die Entscheidung fiel einstimmig.

Obdachlose am Isebekkanal
Politiker einstimmig gegen den Zaun
Nach zähen Verhandlungen konnten sich die Bezirkspolitiker in Eimsbüttel dazu durchringen, den umstrittenen Zaun am Isebekkanal ab- oder wenigstens umbauen zu lassen. Allerdings erst nach dem Sommer. 

Verwaltung wollte nur die Seitenteile abbauen

In der Eimsbütteler Verwaltung gab es aber wohl trotz klarer Formulierung Verständnisschwierigkeiten. In einer Mitteilung an den zuständigen Ausschuss hieß es nämlich am Dienstag: Nur die Seitenteile des Zauns wolle die Verwaltung abbauen. „Die Zaunelemente parallel zur Isebek sollen erhalten bleiben, um an dieser Stelle eine Absturzsicherung zu behalten.“ Demnach wäre der Zugang zur Platte über die Treppe unter der Brücke nach wie vor nicht möglich, Obdachlose müssten durch die steile Böschung kriechen. Und in der Mitteilung stand auch nicht, wann der Zaun zumindest teilweise abgebaut werden soll. Im Kerngebietsausschuss soll das erneut ein heftiges Wortgefecht ausgelöst haben.

Die Verwaltung hatte am Ende wohl ein Einsehen. „Die übrigen Zaunelemente werden parallel zur Isebek zum Wasser hin versetzt, um eine Absturzsicherung herzustellen“, teilte eine Bezirkssprecherin Hinz&Kunzt nach der Ausschusssitzung mit. Allerdings ist noch immer nicht klar, wann der Zaun umgebaut werden soll. Dazu heißt es nur: „Vorraussichtlich im Oktober, definitiv noch in diesem Jahr.“

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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