Nach Hinz&Kunzt-Bericht : CDU fordert Aufklärung über Straßensozialarbeiter

Der Plenarsaal der Hamburgischen Bürgerschaft. Foto: Action Press/Public Address

Der Hinz&Kunzt-Bericht über weggefallene Stellen von Sozialarbeitern für Obdachlose hat ein politisches Nachspiel: Die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Franziska Rath fordert Aufklärung vom Senat.

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Nach einem Hinz&Kunzt-Bericht über den Abbau von Sozialarbeiterstellen in Hamburg hat die CDU-Bürgerschaftsfraktion die Sozialbehörde kritisiert. Sollten die Hinz&Kunzt-Recherchen zutreffen, „würde das bedeuten, dass der rot-grüne Senat behauptet, er baue die Straßensozialarbeit aus, während die Zahl der Straßensozialarbeiter in Hamburg in Wirklichkeit sinkt“, sagte die sozialpolitische Sprecherin Franziska Rath. Die Abgeordnete sprach von einem „fatalen Signal“.

Die Sozialbehörde hatte am Wochenanfang verlautet, die Straßensozialarbeit auszubauen und das Hilfesystem für Obdachlose zu stärken. Hintergrund ist das mit EU-Geldern finanzierte Projekt Visite Sozial, für das vier neue Sozialarbeiterstellen geschaffen wurden. Unerwähnt ließ die Behörde allerdings, dass zum Jahresende andere Projekte, die aus dem selben Topf befristet finanziert worden waren, ausgelaufen sind. So wurde zum Beispiel das Projekt ABB Service Team nicht weiter finanziert, bei dem drei Sozialarbeiterinnen auf rumänisch und bulgarisch in Altona Obdachlose berieten. Unter dem Strich wurden aus 12,7 Sozialarbeiterstellen für Obdachlose und von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen 8,75 Stellen.

Die CDU-Politikerin Rath will nun vom Senat die Hintergründe der Entscheidungen wissen und hat gleich zwei Parlamentsanfragen dazu gestellt, die der Senat voraussichtlich in einer guten Woche beantworten wird. „Die steigende Zahl der obdachlosen Menschen in unserer Stadt zeigt, dass wir nicht zu viele, sondern eher zu wenig effektive Maßnahmen haben“, sagte Rath. „Sollten es wirklich weniger statt mehr Straßensozialarbeiter sein, werden wir versuchen, dieser gefährlichen Entwicklung mit weiteren Initiativen entgegenzuwirken.“

Über den Autor
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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